BZFOS im Interview (1/2)

Photo: Andreas Graf

Wir haben uns Dead Richy Gein von Bloodsucking Zombies from Outer Space geschnappt, um mit ihm über das neue Album „Blood Is for Suckers“ zu sprechen. Aber beginnen wir doch zunächst einmal mit den Anfängen …

Die Anfänge

Orkus: Was war 2002 der Beweggrund, BZFOS zu gründen?
Richy: Anfang der 2000er kam durch Emo, das Psychobilly- und Horror-Punk-Revival frischer Wind in den Punkrock, und ich, der zuvor in einer Deutschpunk-Band gespielt hatte, wollte sofort auch etwas Ähnliches machen. Außerdem war ich schon immer passionierter Horrorfilm- und Alice-Cooper-Fan – da passte auf einmal alles wie Arsch auf Eimer. Die Idee, mit Make-up und viel Theatralik aufzutreten, fand ich zudem besonders spannend. Von Anfang an war klar, dass es nur so funktionieren kann. Du kannst dich nicht Bloodsucking Zombies from Outer Space nennen und dann in Turnschuhen und Jeans auf der Bühne stehen.

Nomen est omen?

O: Der Bandname ist nicht unbedingt griffig, aber mittlerweile schon Kult für sich. Wie kam es zu der Entscheidung?
R: Anfangs waren wir stark vom Trash- und B-Movie-Kino beeinflusst. Ich habe den Namen aus zwei offiziell als „schlechteste Horrorfilme der Welt“ bekannten Filmen zusammengesetzt: „Bloodsucking Nazi Zombies“ von Jess Franco und „Plan 9 from Outer Space“. „Nazi“ haben wir aus verständlichen Gründen natürlich gestrichen, um nicht in die falsche Ecke gestellt zu werden.

Reue?

O: Habt ihr die Entscheidung jemals bereut?
R: Tatsächlich haben wir den Namen irgendwann etwas bereut und uns vorrangig auf die Abkürzung BZfOS beschränkt. Zum einen ist er extrem lang und schwer auf Plakaten unterzubringen, zum anderen wird man von vielen im Musikbusiness weniger ernst genommen bzw. als unseriös eingeschätzt. Als wir größer und professioneller wurden, stellten wir fest, dass wir es uns aufgrund des Namens selbst schwerer gemacht haben weiterzukommen.

Titelfindung

O: Um nochmal zum Thema „Namen“ zurückzukommen: Warum passt der Titel „Blood Is for Suckers“ so perfekt zum neuen Album, bzw. wie entstand der Titelsong?
R: Hier wurde das Pferd tatsächlich von der anderen Seite aufgezäumt. Der Albumtitel war als allererstes da, und danach wurde alles darum herumgesponnen, auch der gleichnamige Song. Ich fand den Titel einfach cool, und ein schöner Spoof auf Twisted Sisters Flop-Album „Love Is for Suckers“.

Auf Zehenspitzen

O: Er beginnt mit einem Ausschnitt von Tiny Tims legendärer Interpretation von „Tiptoe Through the Tulips“. Warum musste das da unbedingt mit hinein?
R: Tiny Tims Song hat ja von sich aus schon irgendwie etwas Gruseliges/Verstörendes, meiner Meinung nach, und wurde schon unter anderem in „Insidious“ verwendet. Dass Tiny Tim auf der Bühne vor Publikum während eines Auftritts verstarb, gibt dem Song natürlich extra nochmal etwas Unheimliches, und ich hatte länger schon die Idee, den Song in irgendeiner Weise zu verwenden. Als die Songreihenfolge auf dem Album festgelegt wurde, war klar: wir brauchen irgendetwas, was die Stimmung nach „Monster“ wieder herausreißt, und da hat die „Tiptoe“ perfekt eingefügt.

Visuell

O: Zu „Monster“ gab es ja bereits einen nachdenklichen Videoclip, euer erster selbstgedrehter. Wie erging es euch bei dem Dreh?
R: Der Dreh war insgesamt einer der harmonischsten und entspanntesten überhaupt. Allerdings hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil es in Strömen regnete und wir fast einen halben Tag verloren haben, bis wir drehen konnten. Den größten Teil der Arbeit hatte Marty Midnight, der das Ganze gefilmt und geschnitten hat.

Wien, Wien …

O: Schön finde ich, dass man verschiedene Ecken von Wien sieht. Und zwar auch welche, die nicht so touristisch sind. War euch das wichtig oder hat es sich einfach so ergeben, dass ihr eher in eurem Viertel gefilmt habt?
R: Das war ein ganz natürlicher Prozess. Wir wollten schon ein, zwei Wien-typische Bilder im Video haben, wie das Riesenrad. Ansonsten haben wir uns hauptsächlich in den Gegenden aufgehalten, wo Jim und ich wohnen. Abends mussten wir noch einige Lokale abklappern, bis wir eines fanden, das uns filmen ließ.

Monstermäßige Isolation

O: Die Thematik ist natürlich eine ernste. Warum war euch das auch ein Anliegen, das Thema Suizid zu verarbeiten? Wie ist der Song „Monster“ entstanden?
R: Also musikalisch bin ich zur Zeit, als der Song entstanden ist, massiv auf die kanadischen Bands Schedule1 und Pøltergeist abgefahren, was sich vermutlich auch im Songwriting bemerkbar gemacht hat. Inhaltlich geht es in „Monster“ um Ausgrenzung und Isolation – darum, wie Menschen sich von der Gesellschaft allein gelassen oder ausgestoßen fühlen können. Mir war es wichtig, dieses Thema zu verarbeiten, weil es zeigen soll, wie ernst solche Erfahrungen sein können und dass niemand in solchen Momenten wirklich allein bleiben muss.

Im nächsten Teil wird es blutig.

Claudia Zinn-Zinnenburg

Line-up:
Dead Richy Gein – Gesang
Mr Jim Evilize – Gitarre
The Reverend Bloodbath – Gitarre, Keyboards
Dejan Decay – Kontrabass
Marty Midnight – Schlagzeug

Bloodsucking Zombies from Outer Space – Tourdates:
14. Februar 2026 AT-Vöcklabruck, OKH
19. März 2026 DE-Kassel, Goldgrube
20. März 2026 DE-Essen, Don’t Panic
21. März 2026 DE-Oldenburg, Cubes
23. Mai 2026 DE-Weilheim, Kult-Upr Open-Air
24. Mai 2026 DE-Themar, Kultugarten
12. Juni 2026 DE-Torgau, Ain’t Like You Festival
13. Juni 2026 DE-Gardelegen, Metal Frenzy Open-Air
18. –19. Juni 2026 ES-Vitoria-Gasteiz, Azkena Rock

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