HECATE ENTHRONED im Interview (1/2)

Mit „The Corpse of a Titan, a Lament Long Buried“ legen die englischen Black-Metal-Urgeisteine von Hecate Enthroned einen komplexen Brocken vor. Manche nennen ihren eigenwilligen Stil symphonischen Black Metal, andere extremen Gothic Metal. Sänger Joe Stamp ist das im Grunde egal, er möchte seine Anhänger vor allem gehaltvoll unterhalten, wie er in unserem zweiteiligen Interview klarmacht.
Unter der Oberfläche
Für die letzten Veröffentlichungen hatten Hecate Enthroned kürzere Titel gewählt, nun kehren sie mit „The Corpse of a Titan, a Lament Long Buried“ wieder zu den Einzeilern zurück, die sie schon zu Beginn ihrer Karriere nutzten. Joe Stamp klärt auf, was dahintersteckt. „Ja, der Titel ist ziemlich lang, aber das musste in diesem Fall sein. Das Album dreht sich in erster Linie um englische und walisische Mythologie, Folklore und historische Geschichte. Der Titel steht für die Idee, dass all diese Dinge auch heute noch existieren, auch wenn sie unter der Oberfläche verborgen sind. Wir müssen sie nur erkennen.“
Drachen und Schlösser
Das Cover zeigt ein grün phosphorzierendes Schloss vor einem rauen Gebirge, was sich für Außenstehende nicht auf den ersten Blick erschließt. Stamp nickt. „Das Bild stammt von Mark Erskine von Erskine Designs. Ich teilte ihm das Konzept und ein paar Ideen mit. Es sollte auf jeden Fall ein Wald zu sehen sein, das Skelett eines riesigen Drachens und etwas, das von Menschenhand erbaut wurde. Mark entwarf dann dieses schimmernde Schloss vor einigen hohen Bergen. Das leuchtende Grün steht für die Natur und fügt sich einfach gut in das Gesamtbild ein. Wir sind sehr glücklich mit dem Bild, weil es gut zur Grundstimmung des Albums passt.“
Waldgeistern auf der Spur
Im Videoclip zu „Deathless in the Dryad Glade“ tauchen grüne Flocken auf, die wie Schnee auf die Erde fallen. Dagegen ist die Band im Video nicht zu sehen. „Das war ein zeitliches Problem“, gibt Stamp zu. „Es war einfach nicht möglich, die Band in der Kürze der Zeit zusammen zu bringen, deshalb mussten wir mit Schauspielern arbeiten, die die Geschichte zum Leben erwecken. Die Deadline war für uns zu knapp.“ Inhaltlich erzählt das Stück eine Art Gruselgeschichte, wie Stamp berichtet: „In dem Stück geht es um böswillige Entitäten in den Wäldern, die Menschen in die Irre führen. Es ist eine Story über kosmischen Horror und Verwandlung. Die Person wird eins mit dem Wald auf eine sehr beunruhigende und dauerhafte Art, haha.“
Marc Halupczok
Line-up:
Joe Stamps – Gesang
Nigel Dennan – Gitarre
Andy Milnes – Gitarre
Dylan Hughes – Bass
Matt Holmes – Schlagzeug
Pete White – Keyboard
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