BIANCA STÜCKER: Verführerische Mittelalter-Magie

Photo: Kerstin Heuermann

Mit ihrem neuen Album „The Tarot Songs“ deutet Bianca Stücker die Karten. Na ja, auf jeden Fall geht es sehr intuitiv zu. Wir sprechen mit der sympathischen Musikerin in unserer Juli/August-Ausgabe über (un)gewöhnliche Instrumente, das Leben hinter einer Glasmauer und das Schicksal.

Aber schon jetzt plaudern wir ein bisschen über einige der Songs und beginnen mit „Temperantia (Temperance)“. Bianca erklärt: Es ist eine schöne Karte, deren Bedeutung sich nicht gleich recht erschließt, weil ‚Mäßigkeit‘ kein sehr gängiges Wort im gewohnten Sprachgebrauch ist. Es geht dabei – neben Ausgewogenheit, Balance und Harmonie – darum, das rechte Maß zu finden, und das ist ja tatsächlich in vielerlei Hinsicht und in vielen Situationen wichtig. Mit ‚Mittelmäßigkeit‘ hat die Karte jedenfalls nichts zu tun (was man ja vielleicht auch vermuten könnte).“

Dramatisch fühlt sich „Fortitudo – One of a Kind (Strength)“ an. Bianca Stücker überlegt: „Bei ‚Fortitudo‘ habe ich an zwei Dinge gedacht: Einmal an die heute gebräuchliche Bedeutung, die auch Lebensfreude und Sinnlichkeit beinhaltet, und einmal an eine ältere, bei der es um ‚Kultur über Natur‘ geht, dass also der Mensch sich die Natur untertan macht. Der Text kann also als eine leidenschaftliche, aber unerfüllte Liebesgeschichte verstanden werden, aber auch als Beziehung zwischen Mensch und Natur, die immer wechselseitig ist, und natürlich einzigartig, auch immer Sinne von endlich oder im schlimmsten Fall endgültig. Einzigartigkeit oder ‚Merkwürdigkeit‘ kann sowohl eine Auszeichnung als auch eine Bürde sein: Das Besondere kann gewürdigt, aber auch stigmatisiert werden. Insofern ist es meines Erachtens eine ambivalente Eigenschaft …“  

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