MISSIO im Interview (1/2)

Photo: Cheng Lee

Mit „Love & Heartbreak“ veröffentlichen Missio ihr sechstes Studioalbum. Schon allein die Entstehungsgeschichte ist interessant: Der Großteil der Aufnahmen entstand in verschiedenen Airbnb-Unterkünften auf der ganzen Welt. Matthew Brue und David Butler orientieren sich musikalisch an ihre Frühwerke, ohne diese zu kopieren. Heraus kommt ein cineastischer, weiträumiger Sound, der Dark-Pop-Elemente mit düsteren elektronischen Elementen vereint. Wir sprechen mit Matthew in unserem zweiteiligen Interview über Herzschmerz, eine Azteken-Todespfeife und vieles mehr.

Orkus: Nach welchen Kriterien habt ihr entschieden, „Love & Heartbreak“ zum zentralen Thema des Albums zu machen?
Matthew Brue: In den letzten zwei Jahren war ich in einer Beziehung, die von unglaublich viel Liebe, aber auch großem Herzschmerz geprägt war. Ich schreibe normalerweise über das, was ich gerade erlebe, und deshalb fühlte es sich ganz natürlich an, meine Gefühle rund um Liebe und Herzschmerz in den Songs zu verarbeiten.

O: Was hat euch dazu inspiriert, den Großteil der Songs für „Love & Heartbreak“ unterwegs in verschiedenen Airbnbs aufzunehmen, anstatt in einem klassischen Studio zu arbeiten?
MB: Der Hauptgrund dafür war, dass ich, wenn wir nicht auf Tour waren, viel gereist bin. Ich glaube, dass das Kennenlernen verschiedener Orte auf der Welt neue Inspiration bringt. Wir waren beide bereit zu schreiben und haben einfach angefangen, an einer Reihe von Demos zu arbeiten. Wir schickten uns die Sessions gegenseitig hin und her, und ehe wir uns versahen, wurde uns klar, dass wir gerade ein ganzes Album schrieben. Es funktionierte einfach richtig gut, also machten wir genauso weiter, weil es sich für den kreativen Prozess am natürlichsten anfühlte.

O: Was waren die größten Vorteile und Herausforderungen dieser Arbeitsweise?
MB: Manchmal haben wir es beide vermisst, im selben Raum zu sein. Es ist etwas ganz Besonderes, mit Freunden Musik zu machen, und wenn ein Song plötzlich „Klick“ macht, gibt es kaum ein besseres Gefühl, als ihn gemeinsam direkt auszuprobieren. Andererseits steht man im Studio oft unter Zeit- und Kostendruck. Dann kann man nicht jeder Idee die Aufmerksamkeit schenken, die sie vielleicht verdient. Es war schön, die Freiheit zu haben, jederzeit arbeiten zu können, ohne durch ein Studiobudget eingeschränkt zu sein.

O: Hat dieser Aufnahmeprozess zu besonders lustigen oder unvergesslichen Geschichten geführt?
MB: Eine Geschichte, die mir sofort einfällt, ist eine Session in Toronto, Kanada, mit unserem Freund Alex Vincent Tanas. Jeden Morgen haben wir uns Tim-Hortons-Donuts geholt und so viele davon gegessen, dass wir uns jeden Tag wie in einem Food-Koma gefühlt haben. (lacht) Alex kam morgens immer mit riesigen Kaffees und einer Tüte voller Donuts zurück, und wir waren alle sofort: „Let’s f***ing go!“ Ein großartiger Start in den Tag. (lacht)

Claudia Zinn-Zinnenburg

In Kürze setzen wir unser Interview fort.

Sieh Dir das Video zu „Dopamine Kisses“ an:

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