HEILSTATT im Interview (1/2)

Zwischen historischen Brüchen, persönlichen Abgründen und bissiger Gesellschaftskritik entfaltet Heilstatt auf „Korridor“ eine eigenwillige Klangwelt. Impulsiv und bildstark verbindet Martin persönliche Erfahrungen mit historischen Motiven und hintergründiger Ironie. Ein Debüt, das ebenso zum Tanzen wie zum Nachdenken einlädt. Lies hier den ersten Teil unseres zweiteiligen Interviews.
Brückenschlag & Blitzschlag?
Gibt es auch zwischen den Werken der beiden Projekte so manchen äußerst spannenden Verbindungsgang, liegt etwa ein Kontrast in der Arbeitsweise: „Heilstatt-Songs entstehen im Vergleich zu Mosaic ohnehin meist sehr impulsiv und direkt“, verrät Martin. „Initialzünder“ für „Die Brücke“ war der Titel und ein in den Sechzigern über Gotha abgeworfenes Flugblatt, das zur „Republikflucht“ aufrief. Vergangenes, Gegenwärtiges und Persönliches stecken in diesem Stück. „Das Sinnbild von zwei Welten steht im Mittelpunkt.“ BRD und DDR werden zur historischen Perspektive, eine Gesellschaft, die „zunehmend nur noch in Schwarz und Weiß denkt“ und echten Diskussionen kaum Raum lässt, zum zeitgenössischen Bezugspunkt. In „Der Blitz“ ein Sample von Max Giermanns Parodie statt Klaus Kinski im Original zu verwenden war eine bewusste Entscheidung: „In einer Zeit, in der sich viele ohnehin viel zu ernst nehmen, schien mir genau das nur konsequent.“ Der Blitz wird dabei auch Motiv für (Über)Reaktionen und Unverhältnismäßigkeit.
Martina Wutscher
Wir setzen das Interview in Kürze fort.
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