GLORIA DE OLIVEIRA im Interview (2/2)

Zwischen urbanem Berlin, brasilianischen Einflüssen und der Stille der Natur hat Gloria de Oliveira ihre ganz eigene Klangwelt gefunden. „The Lying Swans“ erzählt von Befreiung, Heilung und Vertrauen – atmosphärisch, intensiv und zutiefst persönlich. In unserem zweiteiligen Interview spricht die deutsch-brasilianische Musikerin über die Entstehung ihres Albums und die Kraft echter, menschlicher Musik. Den ersten Teil kannst Du hier nachlesen.
Island als Klangwelt
Produziert wurde das Album gemeinsam mit Randall Dunn, dessen Arbeiten Gloria seit Jahren bewundert. „Das müssen wir unbedingt in Island machen“, habe er nach den ersten Demos sofort gesagt. Im legendären Sundlaugin Studio von Sigur Rós entstand das Fundament, bevor in New York und Berlin die letzten Details ihren Platz fanden. Besonders „The Voyager“ zeigt, wie intuitiv dieses Album funktioniert. „Der Körper scheint sich bereits sicher zu sein, während der Verstand noch Fragen stellt“, erklärt Gloria. Es geht um Erinnerungen, Gerüche und das rätselhafte Gefühl, einen Menschen wiederzuerkennen, lange bevor man es logisch erklären kann. Vertrauen bleibt dennoch eine bewusste Entscheidung.
Menschlichkeit bleibt unersetzbar
Seit Jahren beobachtet Gloria den Wandel der Musikszene. Streaming, neue Hörgewohnheiten und künstliche Intelligenz verändern vieles. Trotzdem glaubt sie, dass gerade jetzt echte, handgemachte Musik wieder an Wert gewinnt. „Je mehr künstlich erzeugte und austauschbare Musik es gibt, desto mehr wächst eine Sehnsucht nach dem Menschlichen“, sagt sie. Vielleicht ist das die größte Stärke von „The Lying Swans“: Es ist echt!
Jan Schütz (Meersein)
Mehr über Gloria de Oliveira kannst Du auch in unserer Oktober/November-Ausgabe erfahren.

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