So war es bei KIRLIAN CAMERA

01. März 2026, Wien, Viper Room
Support: VÖEST
Am Sonntagabend fand sich die heimische Wiener Gothic-Szene im Viper Room ein. An der Herzlichkeit der Begrüßung am Eingang über die gelungene Teamarbeit der Schattenwelt-Community und die fantastische Organisation des Konzertabends zeigte sich deutlich, was Zusammenhalt in einer Subkultur bedeutet. Kirlian Camera zogen Fans verschiedener Altersklassen an. Sowohl Anfang-30er bis Ende 70er füllten den Viper Room, um sich im Augenblick der Musik zu verlieren.
Heißer Einstieg
„We are VÖEST and we play Electronic Music“ lautete die Ansage, bevor die Österreicher mit „Chernobyl“ den Abend einläuteten. Nach nur einem Blick in die vordersten Zuschauerreichen war klar, die Band hatte ihre eigene Fanbase mobilisiert und spätestens nach dem zweiten Song „D-Fend“ würden sie mit neuen Fans wieder heimkehren. Nach fünf starken Stücken und begeisterter Menge verabschiedete sich die Band, doch das Publikum verlangte nach mehr. „Wir haben nur fünf Nummern einstudiert“, ließ Sänger Hans Janousek vernehmen und somit spielten sie „Solaris“ ein weiteres Mal, bevor sie von der Bühne gingen und den Abend aus den Zuschauerreihen weiter genossen.
Gefühlvolle Schwingungen
Mit „C.R.U.D“ eröffneten Kirlian Camera ihr Set. Sanft hüllte blaues und pinkes Licht das italienische Trio ein. Sobald Elena Alice Fossi ihre gefühlvolle Stimme erklingen ließ, kroch den Zuschauern ein Kribbeln durch den Leib. Mit „The Great Unknown“, „Götter geht weg!“ und dem Depeche-Mode-Cover „Wrong“ folgten direkt drei weitere Songs des 2024 erschienenen Albums „Radio Signals for the Dying“. Die treibenden Beats, die schwingenden Synths, der volle Klang der Stimme und Elena Alice Fossis ästhetische Tänze besaßen etwas Hypnotisierendes. Nebel kroch von der Bühne durch die Zuschauerreihen und hüllte den Raum ein, verwob Gefühl, Klang und Optik zu einer stimmigen Gesamtkomposition. Mit „Shadowcrown“ präsentierte die Band ein neues Lied. Selbstverständlich durfte auch „Heldenplatz“ nicht fehlen.
Kirlian Camera verzauberten ihr Publikum mit eindringlicher Klangkulisse. Geblendet von Schönheit in Stimmgewalt und Eleganz erlagen die Besucher den Schwingungen der Performance. Und auch auf der Bühne wurde breit gelächelt, miteinander gescherzt und gelacht. So teilten sich Sängerin und Bassistin Irene zumal das Mikro, Elene spielte kichernd mit deren Haar oder die drei Musiker scherzten in ihrer Muttersprache miteinander. Schnell wurde klar, dass die Künstler an diesem Abend ebenso viel Freude empfanden wie das Publikum. Mit Coversongs wie „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana oder „Too Many Friends“ von Placebo hüllten Kirlian Camera jene Nummern anderer Musiker in ihr eigenes gewohntes Klanggewand. Mit ihrer Interpretation des Ultravox-Coversongs „Hymn“ beendeten sie ihr Set und verließen die Bühne. Jedoch nicht vollständig, denn noch bevor Angelo verschwinden konnte, wurden Zugabe-Rufe laut und der Musiker nahm mittels Taschenlampenflackern Kontakt zur Technik auf. Die Fans mussten nicht lange warten und ihr Applaus wurde mit weiteren beliebten Songs belohnt. „Odyssey Europa“ bildete den krönenden Abschluss eines wundervollen Konzertes.
Text & Photos: Gina Riot
Setlist Kirlian Camera:
„ C.R.U.D“ (Corpse Recovery Unit D) • „The Great Unknown“ • „Götter, geht weg!“ • „Wrong“ (Depeche Mode Cover) • „Shadocrown“ • „Heldenplatz“ • „Too Many Friends“ (Placebo Cover) • „Lobotomie 5“ • „Size Zero“ • „Edges“ • „Smells Like Teen Spirit“ (Nirvana Cover) • „Nightglory“ • „Hymn“ (Ultravox Cover) ••• „Eclipse + Sky Collapse“ • „Blue Room“ • „Odyssey Europa“
Höre Kirlian Camera in unserer „Italian Gothic / Dark Wave / Post-Punk“-Playlist:
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