SKAPHOS im Interview (1/2)

Photo: Jean Manuel Moreno

Skaphos wurde 2018 in Lyon gegründet. Wir sprechen mit den apokalyptischen Death-Metallern über ihr neues Werk „The Descent“.

Orkus: Mit „The Decent“ interpretiert ihr im Grunde genommen euch selbst neu – oder besser gesagt, acht Titel aus euren ersten beiden Alben. Wie kam es überhaupt zu dieser Idee oder diesem Bedürfnis?
Jérémy Tronyo: Nun, mit unserem letzten Album „Cult of Uzura“ (2025) haben wir unsere Produktion auf ein neues Niveau gehoben. Also haben wir beschlossen, Songs aus den ersten beiden Alben, die ehrlich gesagt eher wie Demos klingen, zu nehmen und diese Stücke mit einem ordentlichen und härteren Sound zu veröffentlichen.

Wir covern nur Songs, die wir live spielen, damit man sie sowohl live als auch auf dem Album mit einer großartigen Produktion genießen kann.

O: Wie ist der Titel „The Descent“ zu interpretieren?
JT: „The Descent“ knüpft an die gleiche Erzählung wie „Bathyscaphe“ (2020) an, es geht also um einen Tauchgang in den Abgrund.  Inspiriert von dem Roman „Der Tempel“ von Lovecraft erzählen wir die Geschichte eines U-Boots, das unter Wasser festsitzt und keinen Weg mehr nach oben findet, und natürlich von dem Wahnsinn, den die Besatzung erlebt, bis der Tod kommt. Mit „The Descent“ sind wir diesem Weg gefolgt, haben aber auch Elemente aus der Mythologie von „THOOI“ (2022) übernommen und eine Mischung aus dem geschaffen, was uns am besten gefallen hat. „The Descent“ ist also sowohl ein Tauchgang in die tiefsten Abgründe des Ozeans als auch das Versinken in den Abgründen des Geistes und des Wahnsinns.

O: Wie war es für euch, diese frühen Tracks mit einem völlig neuen Ansatz wieder aufzugreifen?
JT: Es hat wirklich Spaß gemacht und uns von einigen Frustrationen befreit. Einige Songs fühlten sich unfertig und unterproduziert an. Mit der Veröffentlichung dieses Remakes haben wir das Gefühl, dieses Kapitel endgültig abzuschließen. Jetzt können wir auf eine großartige Produktion für unsere Songs aus der Vergangenheit und die kommenden Songs setzen. Außerdem gibt es Songs, die wir immer live spielen, wie „Bathyscaphe“ (jetzt „Okean“ genannt), der seit 2018 bei jedem Skaphos-Konzert dabei war. Er brauchte also eine Auffrischung! Außerdem haben wir ihm mehr Reife und Härte verliehen. Alles zum Besseren.

O: Wonach habt ihr entschieden, welche Songs ihr auswählen solltet?
JT: Wir wollten vier von jedem Album, und wir haben zuerst diejenigen genommen, die wir noch spielen, und dann diejenigen hinzugefügt, die wir mochten, die aber eine Auffrischung brauchten oder denen etwas fehlte, um großartig zu sein. Eigentlich sprachen wir schon seit zwei Jahren von einem Remake, daher war es für uns wirklich klar und einfach, Songs auszuwählen.

O: Gehen wir zurück zum Anfang. Wie ist Skaphos eigentlich entstanden?
JT: Das Projekt entstand 2018 zunächst aus Spaß, als ich nach Lyon zog und Paul Sordet traf. Wir jammten zusammen, und ich rief Stephan Petitjean und Théo Langlois an, um sie für das Projekt zu gewinnen. Die Hauptinspiration war eine Afterparty, bei der wir völlig betrunken die Fernsehsendung „River Monster“ schauten – und eine verstimmte Gitarre. Wir fügten ein bisschen französische Literatur hinzu: „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne und natürlich die Kurzgeschichte „Der Tempel“ von Lovecraft (nach der wir zwei Songs benannt haben: „U29“ & „Le Temple“). Und so entstand unser erstes Demo „Bathyscaphe“, das 2020 veröffentlicht wurde. Die Idee war, von großen, bösen Fischen zu erzählen, die in den Tiefen des Meeres ihr Unwesen treiben; das hat wirklich Spaß gemacht, mit Songs wie „Cephalopoda“ oder „Lophius“. Dann wurde es ernster und wir fügten eine Hintergrundgeschichte hinzu.

Heinrich Zeschner

Line-up:
Stéphan Petitjean – Gesang, Gitarre
Jérémy Tronyo – Gitarre, Hintergrundgesang
Théo Langlois – Bass
Nathan Faure – Schlagzeug

In Kürze setzen wir unser Interview fort. Mehr kannst Du auch in unserer Mai/Juni-Ausgabe erfahren.

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