BZFOS im Interview (2/2)

Im ersten Teil unseres Interviews plauderten wir bereits mit Dead Richy Gein von Bloodsucking Zombies from Outer Space über die Bandanfänge und das neue Album„Blood Is for Suckers“. Da setzen wir nun weiter an.
Verfall
O: Obwohl es da musikalisch besonders rasant zugeht, hat mich „Die Young“ nachdenklich gemacht. Was war Inspirationsquelle?
R: Der eigene Verfall! Das leidige Thema mit dem Älterwerden und die schiere Verzweiflung, die einem dabei überkommen kann, wenn man merkt, dass alles um einen herum sich rasant verändert und man nicht mehr richtig Schritt halten kann oder will. Außerdem passt das Thema „ewige Jugend“ halt auch perfekt zum Vampir-Konzept und es schwingt dabei immer eine Form von Traurigkeit und Melancholie mit.
Vampirisch
O: „Van Helsing Syndrome“ bekam einen schönen Visualizer. Gibt es eine Hintergrundgeschichte dazu?
R: Wir haben zu dem Song eine Online-Schatzsuche veranstaltet mit Aufgaben rund um „Van Helsing gegen Dracula“. Die Gewinner*innen bekamen ein limitiertes 4-Track-Tape, das es so im Handel nicht gab, und der Hauptpreis war ein „Vampirjäger-Diorama“ welches eine australische Künstlerin, extra für uns angefertigte. Sie heißt „_formaldeheidi“ auf Instagram! Dieses Diorama ist eben im Visualizer zu sehen, und war damals Teil einer Aufgabe der Schatzsuche. Inhaltlich dreht sich der Text um den Kampf zwischen Dracula und Van Helsing, der hier als Metapher für eine toxische Beziehung gelesen werden kann. Beide verletzen sich ständig gegenseitig und kommen aber trotzdem nicht voneinander los. Diesen Ansatz fand ich extrem spannend und habe ihn deshalb im Song verarbeitet.
Blutig
O: Die jüngste Single ist „Evocation“ mit schön-blutigem Video. Wie habt ich den Dreh erlebt?
R: Es war deutlich mehr Sauerei als im fertigen Video zu sehen ist. Wir waren binnen kürzester Zeit bis auf die Unterwäsche durchnässt. Die vorgesehenen Blut/Wasserbomben wollten partout nicht platzen, und der Dreh entwickelte sich zu einer regelrechten Schüttorgie, die einem Hermann Nitsch würdig gewesen wäre. Hat aber riesigen Spaß gemacht.
Krampus!
O: Auch „Krampus Is Coming“ hat mich sehr begeistert. Wann war klar, dass ihr auch dem guten, alten Krampus Tribut zollen müsstet?
R: Wir spielten 15 Jahre lang unsere traditionelles Weihnachtskonzert in Wien, dieses Jahr wird es übrigens zum letzten Mal stattfinden. Von daher waren wir immer recht aktiv in der Vorweihnachtszeit. Krampus-Tag ist da ein super Datum für diverse Promo-Aktivitäten, und da war die Idee, einen Song über Nikolaus’ grimmigen Helfer zu schreiben, recht naheliegend. Song und Text entstanden auch innerhalb einer Probe, und er wurde bereits vor über einem Jahr als erster Vorbote fürs neue Album veröffentlicht.
Horror und True-Crime
O: Wie können wir uns die Themenfindung vorstellen, wie kommt ihr immer wieder auf neue Sujets?
R: Die Frage ist leicht beantwortet – das bin einfach ich – ich liebe Horrorfilme und ich liebe Musik, und mein ganzes Leben ist davon maßgeblich beeinflusst. Nachdem ich selbst in der Druckbranche tätig bin, kümmerte ich mich von Anfang an um all unsere Artworks. Ich bin ständig inspiriert von neuen Horror-Themen, die sich für die Zombies als neuer „roter Faden“ eignen würden – es gibt ja auch ständig Neues zu entdecken. Falls ich da mal Ablenkung brauche, schwenke ich gerne ins True-Crime-Genre. Mein Problem ist eher, dass ich zu viele Ideen habe und nicht immer alles unter einen Hut bekommen kann.
Seelenbalsam
O: Was war der erste Film mit Vincent Price, den du gesehen hast, und was war ausschlaggebend, dass es nun den epischen Song „Dear Mister Price“ gibt?
R: Das war „Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes“, mit etwa 10 oder 11 Jahren. Von da an war ich totaler Fan. Vincent Price nennt man nicht umsonst den Meister des Makabren – seine charismatische, oft ans Overacting grenzende Performance verleiht jedem Film seinen ganz eigenen Stempel. Für mich sind seine Filme Balsam für die Seele; er wirkt wie ein väterlicher Freund oder liebgewonnener Märchenonkel. Wenn ich nicht schlafen kann oder niedergeschlagen bin, ist mein erster Weg immer zum Regal mit den Vincent-Price-Filmen.
Vorfreude
O: Was man so an Bildern von euren Live-Konzerten sieht, ist das auf jeden Fall immer ein wahres Spektakel! Worauf können wir uns anlässlich der bevorstehenden Tour freuen?
R: Wir werden auf alle Fälle einiges vom neuen Album spielen und feilen gerade an dazu passenden neuen Showeinlagen. Es wird auf alle Fälle keine Sekunde langweilig werden, das garantiere ich.
Claudia Zinn-Zinnenburg
Line-up:
Dead Richy Gein – Gesang
Mr Jim Evilize – Gitarre
The Reverend Bloodbath – Gitarre, Keyboards
Dejan Decay – Kontrabass
Marty Midnight – Schlagzeug
Bloodsucking Zombies from Outer Space – Tourdates:
14. Februar 2026 AT-Vöcklabruck, OKH
19. März 2026 DE-Kassel, Goldgrube
20. März 2026 DE-Essen, Don’t Panic
21. März 2026 DE-Oldenburg, Cubes
23. Mai 2026 DE-Weilheim, Kult-Upr Open-Air
24. Mai 2026 DE-Themar, Kultugarten
12. Juni 2026 DE-Torgau, Ain’t Like You Festival
13. Juni 2026 DE-Gardelegen, Metal Frenzy Open-Air
18. –19. Juni 2026 ES-Vitoria-Gasteiz, Azkena Rock
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