So war es bei DOGMA

München, 22. April 2026 – Sündhaft gut – zwischen heiliger Messe und Ekstase

Dass Dogma den Nerv der Zeit treffen, zeichnete sich bereits im Herbst 2025 ab: Nur wenige Tage nach dem Verkaufsstart waren sämtliche Tickets vergriffen. Die Frühjahrstour 2026 war restlos ausverkauft, obwohl die Kapazitäten durch Hallen-Upgrades teils sogar noch erweitert wurden. Wenn die Grenze zwischen blasphemischem Ritual und hochkarätiger Metal-Show verschwimmt, dann haben Dogma die Bühne betreten. Im Rahmen ihrer vier Termine umfassenden Club-Tour durch Deutschland machten die fünf „Nonnen“ am Mittwochabend Station im Münchner Backstage und verwandelten den Club in eine Kathedrale der Sünde.  

Bereits das Intro ließ keine Fragen offen: Mit einem markigen „Welcome to hell“ wurde die Show eingeläutet, bevor der Opener „Forbidden Zone“ die Halle fast in Schutt und Asche legte. Das optische Konzept von Dogma ist dabei so provokant wie konsequent: Weiß geschminkte Gesichter, weiße Kontaktlinsen und tief geschlitzte Ordensgewänder inklusive Ordenshaube. Doch von Keuschheit ist hier keine Spur. Die Band spielt lasziv mit dem Publikum, flirtet mit den ersten Reihen und geizt nicht mit provokativen Posing.

Der Adrenalinspiegel erreichte seinen ersten Höhepunkt schon nach 10 Minuten, als Bassistin ‚Nixe‘ in den Fotograben stieg. Bei einem Abstand von kaum 30 Zentimetern mussten wir Fotografen buchstäblich den Bauch einziehen. Ein Moment, in dem man als Chronist hin- und hergerissen ist, ob man die Kamera zücken oder die schiere Energie der attraktiven Argentinierin einfach nur aufsaugen soll. Ein Adrenalinrausch, der die Grenze zwischen Bühne, Publikum und den Fotografen endgültig auflöste. Gepaart mit einer ordentlichen Prise sakraler Erotik, Sünde und Versuchung wurde der Auftritt schnell zu einer gefeierten Party, bei der das Münchner Publikum überraschend textsicher mitsang, was durch die charmante Kommunikation der Sängerin – die überraschend gut Deutsch sprach – zusätzlich befeuert wurde.

Dogma haben in München bewiesen, dass sie sowohl visuell als auch musikalisch zu den spannendsten neueren Bands der aktuellen Szene gehören. Es war ein Abend voller Kontraste: hart und melodiös, düster und mitreißend, provokant und ganz wunderbar, … letzteres sowieso!

Text & Photos: Thomas Pfohl

Sieh Dir das Video zu „Fate Unblinds“ an:

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