A.S. FANNING im Interview (1/2)

Photo: Neil Hoare

Mit „Take Me Back to Nowhere“ veröffentlicht A.S. Fanning am 06. Februar 2026 sein jüngstes Album. Wir sprechen mit dem in Berlin wohnenden Iren über den außergewöhnlichen Titel, Hindernisse beim Schreiben und vieles mehr.

Überfordert?

Orkus: Wie bist du auf den Albumtitel „Take Me Back to Nowhere“ gekommen?
A.S.Fanning: Ich glaube, er entstand aus einem Gefühl der Überforderung heraus. Ich habe mich beim Schreiben dieses Albums fast in den Wahnsinn getrieben. Ich hatte mir das Handgelenk gebrochen und beschloss, mich in meinem Zimmer einzuschließen und einfach weiterzuschreiben, bis ich ein Album fertig hatte. Aber ich stieß auf eine kleine Hürde. Nicht Gitarre spielen zu können, beeinträchtigte mich mehr als erwartet, und am Ende schrieb ich einfach Seite um Seite mit zufälligen Texten, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie sie zusammenpassen oder was ich damit bezwecken wollte. Ich entwickelte eine Art Schreibblockade oder eine Krise meines Selbstvertrauens, und diese Seiten, die in meinem Zimmer verstreut lagen, begannen mich zu quälen. Irgendwann habe ich sogar eine Hypnosetherapie bei einem Freund gemacht, um den tyrannischen Einfluss, den diese Seiten auf mich hatten, zu überwinden, was auch geholfen hat.

Bedrückend?

O: Das ist ja schrecklich! Wie ging es dann weiter?
ASF: Der Arbeitstitel, den ich zu diesem Zeitpunkt für das Album hatte, war „Greetings from the Depths of Confusion“. Aber ich glaube, „Take Me Back to Nowhere“ entstand aus diesem bedrückenden Gefühl heraus, dem Wunsch, komplett zu fliehen, der Fantasie, in einen einfacheren Zustand der Nicht-Existenz zurückzukehren.

Verrückt gemacht!

O: Du hast einen anderen Ansatz beim Songwriting verfolgt. Anstatt eine Gitarre zu verwenden, „zwang“ dich ein gebrochenes Handgelenk, wie du bereits erzählt hattest, dazu, mit anderen Instrumenten wie Keyboard und Drum Machine kreativ zu werden. Wie hast du das empfunden?
ASF: Ich finde es gut. Ich spiele immer gerne mit solchen Instrumenten. Normalerweise mache ich das aber erst, nachdem ein Song bereits geschrieben ist, um verschiedene Sounds oder Produktionsstile auszuprobieren, die dazu passen könnten. Der Unterschied bei diesem Album war, dass ich beim Schreiben nicht auf die Gitarre zurückgreifen konnte, die für mich normalerweise eine Art Ventil ist. Wenn ich mich zu sehr in den Details der Songtexte verliere, nehme ich oft einfach meine Gitarre und spiele sie, um zu sehen, wie sie sich in der Realität anfühlt, anstatt in meinem Kopf stecken zu bleiben. Diesmal hatte ich diese Möglichkeit nicht, was meiner Meinung nach zu einigen unterschiedlichen Songstrukturen geführt hat und mich manchmal auch ein bisschen verrückt gemacht hat.

Dreiteilung

O: Der Titelsong „Take Me Back to Nowhere“ ist auf dem Album in drei Teile gegliedert. Was hat das zu bedeuten?
ASF: Ich bin mir nicht sicher. Ich habe viele Texte dafür geschrieben und hatte andere Versionen davon, die einen Mittelteil und einen langen dritten Vers hatten, der in eine andere Richtung ging, und ich wusste nicht wirklich, wo das zum Rest des Albums passte. Ich glaube, ich habe eines Tages „Red Headed Stranger“ von Willie Nelson gehört, und da gibt es dieses „Time of the Preacher“-Thema, das sich mehrmals durch das Album zieht, und ich dachte, dass dieser Song vielleicht auf ähnliche Weise funktionieren könnte – als eine Art Refrain. 

Sci-Fi

O: Es heißt, du untersuchst, inwieweit die Vorstellungskraft die Realität beeinflusst. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Und inwieweit spielt Science-Fiction dabei für dich eine Rolle?
ASF: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das meine. Aber ich habe ziemlich früh im Schreibprozess „The Lathe of Heaven“ von Ursula Le Guin gelesen, in dem es um einen Mann geht, dessen Träume die Realität verändern. Ich habe während des Schreibens noch vier oder fünf andere Science-Fiction-Romane gelesen, hauptsächlich Bücher von Le Guin und J.G. Ballard. Ich glaube, ich interessierte mich allgemein für die Vorstellungskraft und dafür, wie sie mit der Realität in Verbindung steht oder auf sie reagiert. Mein eigenes Songwriting basiert tendenziell stark auf einer inneren Welt, in der die Realität oft auf erschreckende Weise verzerrt und verdreht werden kann, und ich glaube, ich habe eine Gemeinsamkeit mit Science-Fiction-Autoren gefunden, die ähnliche Möglichkeiten auf explizitere Weise erforschen.

Claudia Zinn-Zinnenburg

Und wie! Hier sind die nächsten Termine:

16. März 2026 DE-Langenberg, KGB
17. März 2026 NL-Gronigen, A-Theater Gronigen
18. März 2026 NL-Utrecht, Tivoli Vredenburg
19. März 2026 UK-Brighton, The Folklore Rooms
20. März 2026 UK-Bristol, The Louisiana
24. März 2026 UK-Glasgow, The Hug and Pint
26. März 2026 UK-Manchester, The Talleyrand
26. März 2026 UK-London, The Grace
28. März 2026 DE-Altenkirchen, KulturSalon Stadthalle
21. April 2026 DE-Hamburg, Knust
23. April 2026 DE-Dresden, Ostpol
25. April 2026 DE-Oberhausen, Gdanska
26. April 2026 DE-Offenbach, Hafen 2
29. April 2026 AT-Wien, Rhiz
30. April 2026 AT-Salzburg, Rockhouse
02. Mai 2026 DE-Berlin, Neue Zukunft

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