MADAME MINOR im Interview (2/2)

Zwischen den Straßen Zürichs und den schattigen Klangwelten aus Elektropop, Trip-Hop und Singer-Songwriter-Elementen hat Madame Minor ihre eigene Nische geschaffen. Wir sprechen in unserem zweiteiligen Interview mit der Künstlerin über die aktuelle Single „Ghosting“. Du hast den ersten Teil verpasst? Kein Problem, hier kannst Du ihn nachlesen.

Verlust statt Liebeskummer

Mit „Ghosting“ beschäftigt sich Madame Minor nicht nur mit dem Verschwinden eines Menschen. Im Mittelpunkt stehen Kontrollverlust und die Frage, was passiert, wenn das eigene Selbstbild an etwas oder jemanden gekoppelt wird. „‚If all I am is only losing you‘ beschreibt genau diesen Punkt, an dem sich das eigene Selbstgefühl stark an eine andere Person koppelt“, sagt sie. Gleichzeitig wolle sie die Deutung offenhalten. „Das, was verloren geht, muss nicht nur eine Beziehung sein – es kann genauso gut Jugend, eine Freundschaft oder ein bestimmter Lebensabschnitt sein.“ Auch die düsteren Bilder im Song versteht sie nicht religiös. „Mich interessiert dieser schwebende Zustand zwischen Gut und Böse, zwischen Verklärung und Ernüchterung.“ Besonders wichtig sei ihr dabei das Dazwischen: „Die meisten von uns bewegen sich ja selten an den Extremen.“


Der Blick nach vorn

Die Single ist für sie kein Neuanfang, „Es fühlt sich wie eine konsequente Weiterführung dessen an, was ich ohnehin ausdrücken möchte – nur klarer und fokussierter.“ Und die Reise geht weiter. „Es wird auf jeden Fall noch viele neue düstere Songs mit einem Augenzwinkern geben“, verspricht Simone Meier. „Gleichzeitig entwickelt sich das Ganze für mich gerade weiter – musikalisch wie inhaltlich.“

Jan Schütz (Meersein)

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