PHAL:ANGST im Interview (2/2)

Seit 20 Jahren verbinden PHAL:ANGST düsteren Industrial mit atmosphärischem Post Rock. Zum Jubiläum erscheint mit „Minor Tremors“ das sechste Studioalbum der Wiener. Im Interview spricht Philipp über die Entwicklung der Band, die Entstehung des neuen Albums und die Wiener Musikszene. Den ersten Teil kannst Du hier nachlesen.
Orkus: Das Album beginnt melancholisch mit „All Will Be Grey“. Gibt es eine Hintergrundgeschichte?
Philipp: Nicht wirklich, es ist ein eher düsteres, aber sehr melodisches Lied, inspiriert von grauen Herbsttagen.
O: Auch der letzte Song „Gravity of Two“ hallt im Kopf nach. Was war die Inspirationsquelle?
Philipp: Musikalisch finde ich das Lied sehr spannend. Der erste Teil ist eine Mischung aus einer Instrumentierung, wie man sie z. B. von Bohren & der Club of Gore kennt, und kalten Techno-Beats. Der zweite Teil ist dann stark vom Projekt Jesu inspiriert, mit viel Hall auf den Instrumenten und der Stimme. Textlich ist es ein apokalyptisches Liebeslied, bei dem man eventuell die Schlussszene von „Fight Club“ im Kopf haben könnte.
O: „Minor Tremors“ als Ganzes fühlt sich melancholisch an. Würdest du dem zustimmen, dich vielleicht auch selbst als melancholisch bezeichnen?
Philipp: Nicht übermäßig, aber natürlich hat jeder Mensch seine melancholischen und traurigen Phasen. Aber prinzipiell sind wir alle lebensfrohe Menschen, die gerne lachen und Spaß haben.
O: Ihr kommt ja aus Wien. Wie können wir uns die alternative Szene dort vorstellen?
Philipp: Es gibt in Wien eine sehr lebendige Musikszene, die wie in anderen Städten stark ausdifferenziert ist, weshalb man nicht von einer alternativen Szene reden kann. Die Punk- und Hardcore-Szene ist in den letzten Jahren stark angewachsen und experimentelle Acts sind bereits seit Jahren gut etabliert. Immer wieder formen sich neue Bands, die ja teilweise auch in Deutschland reüssieren können. Man könnte in Wien wahrscheinlich fast jeden Tag auf ein Konzert abseits des Mainstreams gehen.
O: Hat eure Heimatstadt auch euren Sound geprägt?
Philipp: Nicht wirklich, wir wurden eher von internationalen Acts und Kunstformen inspiriert.
O: Welche drei Orte in Wien magst du besonders?
Philipp: Die Steinhofgründe und die Otto-Wagner-Kirche bzw. das anschließende Otto-Wagner-Areal.
Subkulturelle Veranstaltungsorte wie das EKH, die Arena, Venster99, Flucc oder Rhiz.
Den Stadtteil Ottakring bzw. den Brunnenmarkt bzw. Yppenplatz im Speziellen.
Line-up:
ph (Philipp Spichtinger) – Gesang, Metallophon, zusätzliche Elektronik
al (Alfred Wihalm) – Gitarre
angst (Dion Hämmerle) – Elektronik
Nina Schönwald – Bass
Höre PHAL:ANGST in unserer „Current Issue“-Playlist auf Spotify
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