PHANTOMS OF FUTURE im Interview (1/2)

Photo: Roman Zeschky

25 Jahre hat das Warten auf ein neues Werk von Phantoms of Future gedauert. Doch es ist passiert: „Forever Dark“ ist erschienen. Um mit Mastermind Sir Hannes ausführlich darüber zu plaudern, treffe ich ihn an einem Freitag in seinem Plattenladen. Er ist gut besucht, wie ich beim Eintreten feststelle. Ich werde direkt nach hinten zu Hannes‘ Büro geführt. Er steckt noch in einem Kundengespräch, bittet mich aber schon einmal herein.

Besessen?

Voller Energie wirkt er sofort. Und so wird es auch das erste Interview, das ich größtenteils im Stehen führe. Denn Hannes bleibt nicht lange auf seinem Platz: Während er erzählt, läuft er lebhaft durch sein Büro, in dem sich zwischen Schallplatten, Postern und Memorabilia zahlreiche Erinnerungen an seine jahrzehntelange Karriere entdecken lassen. In der nächsten Stunde sprechen wir nicht nur über das aktuelle Phantoms-of-Future-Album „Forever Dark“. „Ich bin besessen von Musik“, sagt Hannes im Verlauf unseres Gesprächs. Tatsächlich zieht sich diese Leidenschaft wie ein roter Faden durch seine gesamte Geschichte – von den frühen Tagen der Band über die lange Pause bis hin zur überraschenden Rückkehr von Phantoms of Future. Unter anderem waren Phantoms of Future Mitte der Neunzigerjahre mit Iggy Pop auf Tour. Hannes erinnert sich noch lebhaft, wie Iggy auf ihn zukam und meinte: „Sir Hannes, you’ve got the punk inside.“ Ein Moment, der ihm immer präsent bleiben wird.

Vom Traum zur Tat

Phantoms of Future haben mehr als zwei Jahrzehnte Pause seit dem letzten Album „Inside/Outside“ gemacht. Was war für Hannes der Moment, in dem er gemerkt hat, dass er diese Band nochmal wieder aufleben lassen möchte? „Für mich war das Kapitel Phantoms of Future eigentlich abgeschlossen“, erklärt Hannes. „Im Jahr 2001 hatte ich das Gefühl, dass mit der Band alles gesagt war. Wir hatten sieben Studio- und zwei Livealben veröffentlicht. Dazu gab es Meinungsverschiedenheiten, was in jeder Band passiert. Irgendwann hatte ich nicht mehr so das Gefühl dafür.“ Es sollte dann auch 19 Jahre dauern, bis sich dieses Gefühl änderte. „Ich träumte immer wieder davon, mit Phantoms of Future auf der Bühne zu stehen. Die Träume wurden immer intensiver. Irgendwann stand ich vor dem Spiegel und habe mich gefragt, wie das überhaupt noch funktionieren soll. Aber irgendwie sollte das so sein. Das war wie eine Aufgabe, die von oben kommt.“

Eine alte Band neu zusammenstellen

Hannes sah sich dann mit der Aufgabe konfrontiert, wieder eine Band zusammenzustellen. „Ich habe erst einmal versucht, die alten Musiker wieder ins Boot zu holen. Das war schwierig“, erinnert er sich. „Teils ging es aus gesundheitlichen Gründen nicht. Teils, weil man sich längst anders orientiert hatte. Einige wollten den Stress des Tourlebens nicht mehr auf sich nehmen. So nach und nach hat sich aber die heutige Besetzung herauskristallisiert. Das war ein harter Weg. Jeder andere hätte vermutlich alles schon dreimal hingeschmissen.“

Katrin Hemmerling

Wir setzen unser Interview demnächst fort.

Sieh Dir den Clip zu „Sun“ an:

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