STORMKEEP im Interview (2/2)

Photo: Alex Pace

Wir sprechen mit Otheyn Vermithrax in zwei Teilen über das zweite Album „The Nocturnes of Iswylm“, mit welchem Stormkeep uns in ihre eigene Fantasywelt führen. Du hast den ersten Teil verpasst? Kein Problem, Du kannst ihn hier nachlesen.

Orkus: Gab es während der Aufnahmen besondere Herausforderungen?
Otheyn Vermithrax: Die größte Herausforderung bestand darin, dass ich neben meinen üblichen Aufgaben als Sänger, Keyboarder und Gitarrist diesmal auch das Schlagzeug eingespielt habe. Das war ein schwieriger, aber sehr lohnender Prozess. Außerdem haben wir auf diesem Album mehr Clean-Gesang eingesetzt, den ich diesmal selbst übernommen habe. Auf unseren vorherigen Alben stammten diese Gesangsparts vom talentierten Shield Anvil. Das Schreiben und Einsingen dieser Passagen war ebenfalls ziemlich anspruchsvoll, aber letztlich entstand dadurch etwas Eigenständiges, das sicher ganz anders geklungen hätte, wenn wir es auf die bisherige Weise umgesetzt hätten.

O: Wie lief der allgemeine Songwriting- und Aufnahmeprozess für dieses Album ab?
OV: Langwierig. Das Schreiben des Albums dauerte etwa anderthalb Jahre, anschließend benötigten wir weitere sechs Monate für die Aufnahmen sowie Mix und Mastering.

O: Ihr beschreibt eure Musik als „Black Metal Symphonia“. Wie seid ihr auf diesen Begriff gekommen?
OV: Beim vorherigen Album verwendeten wir den Begriff „Dungeon Metal Symphonia“. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass wir etwas geschaffen haben, das stärker im Black Metal verwurzelt ist als sein Vorgänger. Ich betrachte jedes Musikstück als eine Art eigene Symphonie – wobei „Symphonia“ ursprünglich so viel wie „Musik im Einklang“ bedeutet. Das Ganze ist größer als die Summe seiner Einzelteile.

O: Auch das Albumcover ist beeindruckend. Es stammt von Simon Bisley. Wie kam es zur Zusammenarbeit? Hattest du eine konkrete Vision oder hast du ihm freie Hand gelassen?
OV: Ich bin schon seit langer Zeit ein großer Fan von Simons Arbeiten. Als wir über das neue Album nachdachten, schien es notwendig, jemanden Einzigartigen zu finden – jemanden, der die Themen und die Energie unserer aktuellen Ausrichtung einfangen konnte. Ich habe ihn kontaktiert, und er hat ganz unkompliziert zugesagt. Ich gab ihm sehr genaue Vorgaben hinsichtlich Komposition, Platzierung, Handlungselementen und Bildinhalten. Trotzdem ist das Endergebnis ganz klar ein Bisley-Werk. Er besitzt eine unverwechselbare, sehr eigenständige Ästhetik.

O: Obwohl eure Texte und Themen tief in der Fantasy verwurzelt sind: Glaubst du, dass der Ort, an dem du aufgewachsen bist, deine Musik in irgendeiner Weise beeinflusst hat?
OV: Ich bin in Boulder, Colorado, aufgewachsen – einer kleineren Stadt am Fuß der Berge. In vielerlei Hinsicht würde ich sagen, dass meine Kindheit gerade durch das Leben in Colorado geprägt wurde. Damals waren die Winter noch schneereich, und die Wälder verwandelten sich beinahe in eine andere Welt. Ich glaube, das hat es meiner Fantasie leichter gemacht, sich frei zu entfalten.

Claudia Zinn-Zinnenburg

Line-up:
Otheyn Vermithrax – Gesang, Gitarre, Keyboard, Schlagzeug
Apokteino – Gitarre
Nebula Husk – Bass
Lord Dahthar – Keyboards

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