ATHAMAY im Interview (2/2)

Wir sprechen mit Athamay in unserem zweiteiligen Interview über ihr viertes Album „Necropolis“, in dem es um viel mehr geht als nur den Tod. Falls Du den ersten Teil verpasst hast, kannst Du ihn hier nachlesen.
Skandalöse Begrüßung?
Der Opener „The Nun“ folgt einer Figur, „die begann, ihren Weg zu verlieren, heimgesucht von Visionen und inneren Dämonen sündige Nächte hindurch“, nach Wiedergutmachung oder Erlösung suchend, „durch zunehmend destruktivere Pfade. Die Geschichte funktioniert auf wörtlicher sowie metaphorischer Ebene.“ Im Kern gehe es um den „Verlust von Glauben, nicht nur im religiösen Sinn“, auch im Sinn von Glauben „an einen selbst, an andere und an die Werte, die dem Leben einst Bedeutung gaben.“ Als das verschwindet, „beginnt alles um sie zu kollabieren.“ Einst dem Glauben zutiefst zugewandt, transformieren die Umstände die Nonne allmählich zu etwas, das ganz gegensätzlich zu dem ist, was sie früher repräsentierte. In Griechenland ist das Christentum tief in „Gesellschaft, Kultur und Alltag eingebettet. In diesem Sinn waren die Themen von Glaube, Zweifel, Schuld und spirituellem Konflikt stets präsent um mich.“ Der Song ist davon beeinflusst und „erkundet, was geschehen kann, wenn die Strukturen und Vorstellungen, die eine Person einmal definierten, auseinanderzufallen beginnen.“
Totenstadtspaziergang & faszinierende Nekropolen?
Marlen erzählt von Mykene, wo es einige der ältesten Grabstätten Griechenlands gibt, die bis in die Bronzezeit zurückreichen. „Es fühlt sich wie ein Ort an, wo Mythos und Geschichte sich treffen. Hindurchzugehen gibt ein starkes Gefühl einer uralten Welt, die heute noch in der Landschaft präsent ist.“ Sean erwähnt die Pariser Katakomben und Whitby – ein Ort, mit dem er auch im Rahmen seiner DJ-Tätigkeit vertraut wurde. „Whitby Cemetery“, jener Friedhof nahe Whitby Abbey, ist sogar im Hintergrund des Coverartworks zu sehen!
Martina Wutscher
Line-up:
Sean Athamay – Komposition, Synthesizer, Gitarre, Programming
Marlen Moysidou – Gesang
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