CUMULO NIMBUS im Interview (1/2)

Seit 25 Jahren verbinden Cumulo Nimbus historische Klänge mit kraftvollem Rock. Nach einer längeren Pause meldet sich die Band mit „Eruption“ voller Energie zurück – und zeigt dabei einmal mehr, dass Renaissance und Achtzigerjahre-Metal durchaus zusammenpassen. In unserem zweiteiligen Interview geht es um Gewitterwolken, Aufbruchsstimmung, einen Antikriegssong und die besondere Bedeutung der Renaissance für den eigenen Sound.

Orkus: Euch gibt es ja bereits seit gut 25 Jahren, oder? Wie kamt ihr damals denn eigentlich auf den Bandnamen?
Mathis: Richtig, unser 25-jähriges Bandjubiläum habe wir erst kürzlich gefeiert! Damals, Anfang der 2000er war es in dem Universum „Mittelalter-Rock-Band“ irgendwie üblich, sich mit einem lateinischen Namen zu schmücken wie z. B. Corvus Corax oder In Extremo. Da unser Gitarrist Erik – damals wie heute – sehr interessiert an Meteorologie war (fast hätte er statt Gitarre und alter Musik dieses Fach studiert), brachte er den Begriff „Cumulo Nimbus“ ins Spiel, der für die gewaltigen Gewitterwolken steht. Die spannungsgeladene Atmosphäre von Gewittern gleißende Kraft der Blitzentladungen und der bebende Widerhall des Donners passten natürlich ausgezeichnet zu unserer Musik.

O: Nun habt ihr über einen längeren Zeitraum die Songs zunächst einzeln veröffentlicht. Warum habt ihr euch gegen die klassische Strategie entschieden, das Album am Stück zu präsentieren?
Mathis: Ja, familienbedingt haben wir mit der Band eine Pause eingelegt. Es war aber eine Riesenfreude nach dieser längeren Zeit zu sehen, dass alle noch Feuer und Flamme für die Band und die Musik waren! Nun, heute muss man auf sozialen Plattformen immer und ständig präsent sein, um den Fans und Interessierten etwas Neues zu bieten. Daher kamen wir auf die Idee einige Songs aus dem Album „Eruption“ zunächst nach und nach als Single und mit kleinen Videos zu veröffentlichen. Sozusagen als Appetithappen für das später erscheinende komplette Album.
Die Gräfin: Außerdem wollten wir auch den Zeitplan der Produktion ein bisschen entzerren, so dass wir parallel zu den ersten Veröffentlichungen weiter an den anderen Songs gearbeitet haben. Das ließ wesentlich mehr Flexibilität zu.

O: Wie kam es, dass „Eruption“ der Titelsong wurde und warum repräsentiert er das Album so gut?

Mathis: Der Song „Eruption“ ist sehr episch aufgebaut und repräsentiert den Stil und das Songwriting von Cumulo Nimbus überaus gut: Eingängige Flöten- und Geigenmelodien, eine gehörige Portion Achtzigerjahre E-Gitarren-Riffing sowie Renaissance-Folk-Interludes, die dann als Hommage an Eddie Van Halen in einem virtuosen Gitarrensolo münden. In diesem Song gibt es auch nach mehrmaligem Hören immer wieder etwas Neues zu entdecken, was schon immer eine Intention unserer Musik war! Auch inhaltlich repräsentiert der Titelsong unsere neue Aufbruchsstimmung in der Band: Wie ein Vulkan brennen wir wieder auf die Musik und darauf diese live auf den Bühnen zu spielen!
Die Gräfin: Für mich ist der Song ein Spiegel der langen Pause, in der wir wohl alle die Musik und die Konzerte sehr vermisst haben, und manchmal gar nicht wie wir selbst gefühlt haben und dann endlich wieder auf- und auszubrechen, wieder durchzustarten.

O: „Wort gegen Klinge“ ist ein ungewöhnlicher Titel für einen Antikriegssong. Gab es einen konkreten Impuls, der dieses Stück inspiriert hat? Warum war es euch gerade jetzt wichtig, eindeutig Stellung zu beziehen?

Mathis: Nach all den letztlichen kriegerischen Eskalationen und Säbelgerassel einiger zu Autokratie und Machtgier neigenden politischen Repräsentanten weltweit, war für uns die Zeit einfach reif, ein Statement gegen Kriegsdrohungen und Aufrüstung abzugeben und eine Lanze für Dialog und Diplomatie zu brechen. Inspiriert wurde der Titel durch das Zitat vom britischen Schriftsteller und Politiker Edward Bulwer-Lytton: „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“. Gerade wenn man selbst Kinder hat, wird es einem immer bewusster, dass diese in einer friedlichen Welt ohne Angst vor atomaren Drohungen und Waffengewalt aufwachsen sollen!
Die Gräfin: Gerade in der heutigen Zeit, wo Krieg und Krisen inzwischen auch unser tägliches Leben beeinflussen und beeinträchtigen, finde ich eine klare Positionierung wichtig.

Claudia Zinn-Zinnenburg

Wir setzen in Kürze unser Interview fort. Mehr über Cumulo Nimbus erfährst Du in unserer Oktober/November-Ausgabe.

Orkus! 0926

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