DROWNING LIGHT im Interview (2/2)

Wir sprechen in unserem zweiteiligen Interview mit der Regensburger Dark-Rock-Band Drowning Light über Klang- und Farbkräftiges! Hintergründe zu den beiden Singles „Crimson Stains“ und „Fear of the Deep“ wurden bereits im ersten Teil gelüftet. Diesmal sehen wir „rot“ und blicken auch in die Zukunft, eine mögliche verheißungsvolle, sowie eine unheilvolle. Du hast den ersten Teil verpasst? Kein Problem, hier kannst Du ihn nachlesen.
Orkus: Die Farben Karmesinrot, Purpurrot beziehungsweise Blutrot stecken im Drowning-Light-Bandlogo, bereits im Songtext zu „The Heavens“ („In a crimson forest all alone“) sowie den Bühnenoutfits. Was verbindet ihr mit dieser Schattierung und Ästhetik? Gab es zuerst die farblich passenden Kleidungsstücke, oder entstand schon davor die erste Idee zu „Crimson Stains“?
Marius & Cindy: Uns hat diese Farbkombination schon immer besonders gefallen, so z.B. auch beim Bühnenoutfit der Band Billy Talent während der „Afraid of Heights“-Tour, weshalb sich unser Bandlogo schnell in diese farbliche Richtung entwickelt hat. Deshalb war es von Anfang an der Plan, dass wir ein einheitliches Bandoutfit in Schwarz-Rot haben wollten, passend auch zur Ästhetik unserer Musik. Die Idee zu „Crimson Stains“ kam erst einige Zeit später, da sich das ganze „Crimson-Thema“ allerdings schon länger durch unsere Songs zieht, musste es ja früher oder später auch mal einen Titel damit geben. (zwinkern)
O: Blickt man in die Farbgeschichte von „crimson“, findet man, dass verschiedene rote Farbtöne beziehungswiese Farbstoffe aus Schildläusen gewonnen wurden – eine Quelle von Ekel, oder eher ein Fakt, den ihr cool, faszinierend etc. findet?
Cindy & Marius: Bis auf Steve war uns dieser Fakt bisher noch nicht bekannt. Sehr interessant, aber für Cindy auf jeden Fall eine Quelle von Ekel.
O: Die Textzeile „just crimson stains in snow“ in der Single „Crimson Stains“ lässt an die Blutstropfenszene in „Parzival“ (Wolfram von Eschenbach) oder das Naturphänomen von roten Schneealgen denken. Gibt es bei dieser Zeile eine bestimmte Bezugnahme?
Marius: Nein, bei dieser Zeile gibt es tatsächlich keine konkrete Inspiration, für mich war aber das Bild eindrucksvoll, dass von diesem ausgebrochenen Psychopathen der „Crimson Stains“-Story lediglich blutige Spuren im Schnee übrig sind, als unheilvoller Vorbote der Zukunft.
O: In den sozialen Medien wurden kurze Videos gepostet, welche die Singles und deren Hintergründe vorstellen. Darin sieht man auch schmucke Ausgaben von „The Handmaid’s Tale“ (Margaret Atwood), „1984“ (George Orwell), „The Call of Cthulhu“ (H. P. Lovecraft) und „Classic Supernatural Stories“ (Barnes & Noble Collectible). – Wenn Drowning Light ein Buch wäre, welches Genre wäre es, und wie würde der Einband aussehen?
Marius: Definitiv Horror, sei es kosmischer oder greifbarer Art, gerne aber auch mit einer dystopischen Prise. Der Einband wäre schwarz-rot, tatsächlich trifft es das Design von „Classic Supernatural Stories“ ziemlich gut.
O: Hat die Musikszene in Regensburg ein Alleinstellungsmerkmal, das ihr besonders schätzt, oder eines, das vor Herausforderungen stellt?
Cindy & Marius: Es ist super, dass es viele tolle Bands in Regensburg gibt, ebenso wie viele (kleinere) Locations, die mit ihrem Engagement die Kulturszene in der Stadt fördern. Die Dark-Rock-Szene hingegen ist dort noch ausbaufähig (lächeln).
O: Gibt es nach der selbstbetitelten EP (2023) sowie den vier weiteren Singleveröffentlichungen Aussichten auf ein Drowning-Light-Debütalbum? Kann gegebenenfalls schon etwas darüber verraten werden und ans Licht der Öffentlichkeit kommen?
Cindy: Nach den neuen Singles „Fear of the Deep“ und „Crimson Stains“ wird es definitiv noch weitere neue Songs in den nächsten Monaten geben. Und wer weiß, vielleicht gibt es am Ende des Jahres sogar noch das passende Weihnachtsgeschenk als Krönung dazu…
Martina Wutscher
Line-up:
Marius Häberlein – Gesang, Gitarre
Stefan „Steve“ Knorr – Gitarre
Bastian „Basti“ Nagl – Bass, Hintergrundgesang
Cindy Gnann – Schlagzeug
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