KRYSTAL SYSTEM im Interview

Dreizehn Jahre ließ das Trio von Krystal System ihre Fans auf ein neues Album warten. Mit „Da Punch“ melden sich die Franzosen am 26. Juni 2026 fulminant zurück und sprechen mit uns darüber.

Ganz oder gar nicht

Auf einmal ging es dann ganz schnell: „Tatsächlich hat es nur sieben Monate gedauert, das Album zu schreiben und es hat sich wunderbar angefühlt, wieder mit unserem musikalischen Universum in Verbindung zu treten.“ antwortet Sängerin Bonnie, die gesanglich immer wieder zwischen Französisch und Englisch wechselt, auf die Frage, was so lange gedauert habe. Ihr Mitstreiter, No.7 führt aus: „Wir waren in den vergangenen Jahren viel in andere Projekte involviert, aber wir haben nie aufgehört unsere Kreativität zu nähren. Für mich geht künstlerischer Ausdruck weit über Musik hinaus. Die Essenz von Kunst ist es, komplett präsent und frei von mentalem Lärm zu bleiben, und diesen Zustand im Alltag zu verkörpern. Darauf haben wir uns in der Zeit fokussiert.“ Der Herr über die Synthesizer geht noch weiter ins Detail und gesteht einen drastischen Gedanken,: „Und ganz ehrlich, zwischendurch dachte ich auch, ich bin fertig mit der Musik, aber urplötzlich haben wir beide dieses Bedürfnis verspürt, unsere Instrumente zu nehmen und durch Krystal Sytem zu sprechen. Zu dieser Zeit haben wir auch unseren neuen Bassisten Phi kennengelernt. Dieses Treffen war wirklich wichtig, es waren sofort eine Verbindung und viele geteilte Ideen da. Und je mehr wir gesprochen haben, desto mehr haben wir gemerkt, dass wir alle ungefähr gleich unzufrieden mit der heutigen Musikszene sind.“

Ein Schlag als Kirsche auf der Torte

Besonders verwundbar zeigen sich die Drei auf dem Titelstück. Wie es dazu kam, erzählt uns Bonnie: „‚Da Punch‘ kommt von einer tiefen Sorge für die Welt um uns herum. Wälder verschwinden, Spezies verschwinden und das menschliche Leid nimmt zu und oft stehen wir nur teilnahmslos daneben. Dieser Song soll dieser Unbequemlichkeit, den Fragen und unserer kollektiven Passivität eine Stimme verleihen. Mit dem unüblichen Dreivierteltakt, der etwas unsymmetrisch ist, wollten wir diese Instabilität zeigen.“ Ihr Bandkollege No.7 führt es noch weiter aus: „Wir hatten zwölf Lieder für das Album, hatten aber das Gefühl das noch etwas fehlt. ‚Da Punch‘ war der letzte Song, den wir schrieben, und am Ende wurde er der Schlüssel zum gesamten Projekt. Er inspirierte den Albumtitel, das Cover und das gesamte Konzept. Er war das fehlende Puzzlestück, das Teil das das gesamte Bild enthüllt“

Michael Schille

Line-up:
Bonnie – Gesang, Gitarre
No.7 – Gesang, Synthesizer
Phi – Bass

Sieh Dir den Trailer zum Album an:

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