So war es bei METALLICA

Metal-Götter auf dem Olymp

Im alten Griechenland hatten die Götter ihren Sitz auf dem Olymp. Dass nicht wenige Metalheads Metallica ebenfalls für Götter halten, ist kein Geheimnis. Am 30.05.2026 fanden diese Götter ihren Berliner Olymp: das Olympiastadion. Vor historischen 95.000 Zuschauern spielten Metallica das vielleicht größte Stadion-Einzelkonzert der deutschen Live-Geschichte. Möglich machte das die gigantische 360-Grad-Ringbühne der „M72 World“-Tour, die mitten im Stadion errichtet wurde und selbst im Zentrum Platz für Fans bot. Um es vorwegzunehmen: Es war beeindruckend, spektakulär, restlos begeisternd. Es war schlicht göttlich.

Aus den Lautsprechern lief AC/DCs „It’s A Long Way to the Top (If You Wanna Rock’n’Roll)“, kurz darauf folgte Morricones „The Ecstasy of Gold“. 95.000 Menschen wussten genau, was das bedeutete. Dann stürmten James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo auf die Bühne. Keine langen Begrüßungen, keine überflüssigen Worte – und plötzlich gab es kein Halten mehr. Mit „For Whom the Bell Tolls“, „Of Wolf and Man“ und „The Memory Remains“ stand das Stadion früh unter Strom. Später trieben „72 Seasons“, „The Unforgiven“ und „Fuel“ die Stimmung weiter nach oben. Für einen besonderen Berlin-Moment sorgten Kirk Hammett und Robert Trujillo mit ihrer speziellen Coverversion von Rammsteins „Sonne“. Als die beiden den Text auf Deutsch anstimmten, feierte das Olympiastadion seine ganz eigene Hauptstadt-Hymne.

Danach übernahmen „The Day That Never Comes“ und „Wherever I May Roam“ wieder das Kommando, bevor „Nothing Else Matters“ das Stadion in ein riesiges Sternenmeer aus Handylichtern verwandelte. Für einen Moment wirkte es, als würde Berlin unter freiem Himmel atmen. Mit „Sad But True“ kehrte die Härte zurück. Es folgte „One“ – begleitet von Sirenen, Explosionen, Feuer und Lichtblitzen. 95.000 Stimmen trugen den Song durch die Nacht. Bei „Seek & Destroy“ wurde das Olympiastadion zu einem einzigen Chor. „Master of Puppets“ zeigte anschließend eindrucksvoll, warum Metallica seit Jahrzehnten die Spitze des Metal besetzen. Beim Finale „Enter Sandman“ sang das gesamte Stadion jede Zeile mit, während Licht, Pyro und Euphorie ein letztes Mal zu einem gewaltigen Finale verschmolzen, das in einem übergroßen Feuerwerk gipfelte. Metallica haben Berlin an diesem Abend nicht einfach besucht. Sie haben Geschichte geschrieben.

Text & Photos: Thomas Friedel Fuhrmann

Setlist:
„It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll)“ • „The Ecstasy of Gold“ • „Creeping Death“ • „For Whom the Bell Tolls“ • „Of Wolf and Man“ • „The Memory Remains“ • „72 Seasons“ • „The Unforgiven“ • „Fuel“ • „Kirk and Rob Doodle“ (Rammstein-Cover „Sonne“) • „The Day That Never Comes“ • „Wherever I May Roam“ • „Nothing Else Matters“ • „Sad But True“ • „One“ • „Seek & Destroy“ • „Master of Puppets“ • „Enter Sandman“