So war es bei LORD OF THE LOST

24. März 2026, Simm City Wien
Support: Ad Infinitum
Ad Infinitum – Der überspringende Funke
Energiegeladen und voller Euphorie eröffneten Ad Infinitum den Abend. Posierend und grinsend interagierten die multinationalen Künstler mit dem Publikum. Mit Songs wie „Aftermath“, „My Halo“ oder „Surrender“ überzeugten sie das Wiener Publikum. Als Sängerin Melissa Bonny fragte, wer die Band schon seit ihren Anfängen verfolgte und „See You in Hell“ – von ihrem 2020 erschienen Debütalbum „Chapter I – Monarchy“ – anstimmte, wurde schnell klar, dass Ad Infinitum einen rasanten Start hingelegt hatten. Nach zehn Stücken verließ das Symphonik-Quartett die Bühne und hinterließ ein zufriedenes Publikum.
Lord Of The Lost – Ein fulminantes Gesamtkonzept
Mystisch und dunkel eröffneten Lord Of The Lost ihr Set mit „Kill The Lights“ – Der Name war Programm. Wenngleich dieser Auftakt für Fotografen nicht das Optimum darstellt, so muss man die Entscheidung des Lichttechniker nur anerkennend goutieren, denn der thematisch passende Kontrast zwischen Finsternis, violetten und blauen Akzenten und weißem Flashlight während Chris Harms „Kill. The. Lights.“ ins Mikrofon grölte, sind ebenjene Gesamtkonzepte, die eine Liveshow abrunden. Mit „My Funeral“ folgte der zweite Song des neuesten Albums „OPVS NOIR Vol. 3“. In den ersten Reihen drängten sich die Fans zusammen. Der Sänger begrüßte das Publikum auf Deutsch, Englisch und verlautbarte seine Annahme, es gäbe doch ausreichend Zuschauer aus dem Ausland, weshalb er die Show auf Englisch moderieren würde. Auf die Frage hin, wie viele Menschen von außerhalb der deutschsprachigen Region denn angereist wären, hörte man beinahe die Grillen zirpen. Chris gab sich schmunzelnd geschlagen.
„Damage“ wurde begleitet von rhythmischem Klatschen. Danach entführte Lord Of The Lost ihr Publikum zurück zu ihren Anfängen – zumindest fast – „Prison“ vom 2011er Album „Antagony“ fegte über die Köpfe der Zuschauerreihen hinweg. Die Stimmung kochte. Das Intro zu „Drag Me to Hell“ begleitete das Publikum mit erhobenen Händen und spätestens beim Refrain musste Chris Harms nicht mehr allein singen. Im Anschluss nahm der sympathische Sänger sich einen Moment, in dem er Kritik an der Entwicklung der Gesellschaft übte. Egoismus und Rücksichtslosigkeit beherrschten die Menschheit. Die Zuschauerschaft antwortete mit zustimmendem Beifall. Dies diente der Band als Intro, um „I Hate People“ einzuläuten.
Besonders hervorzuheben ist zudem der fantastische Sound. So erklang jede ausgefinkelte Note der Gitarrensoli glasklar und der Rhythmus stampfte prägnant durch die Simm City. Während Chris‘ multilinguale Bemühungen während seiner Begrüßung noch zu Stille führten, wagte er einen neuen Versuch. Und dieser brachte ihm johlenden Beifall ein. Selbstredend, denn er bewies sich nun im Wienerischen. Und wer die Wiener kennt, weiß, dass man mit einigen klassisch-österreichischen Ausdrücken hierzulande immer punkten kann. Alte Klassiker einer Lord-Of-The-Lost-Setlist wechselten sich ab mit neuen Stücken, Emotionales mit energievoller Härte. Doch was immer die Künstler auch anboten, das Publikum nahm es euphorisch an. Für die letzten Stücke wurden gleich zwei ESC-Hits gewählt. „Blood & Glitter“ brachte die Menge ebenso zum Feiern wie das Käärijä-Cover „Cha Cha Cha“, bevor es mit dem gefühlvollen Duett „Light Can Only Shine in the Darkness“ – das an diesem Abend ohne weiblicher Gesangsbegleitung dargeboten wurde – zum Abschluss eines wundervollen Abends kam.
Dramatische Lichtshow, perfekter Sound, energetische Performance und abwechslungsreiche Songwahl – man möge meinen, damit wäre alles komplett. Doch etwas fehlte: Bassist Class Grenayd musste der „TOVR NOIR“ 2026 aus gesundheitlichen Gründen leider fernbleiben. Wir von Orkus! wünschen ihm baldige Besserung.
Text & Photos: Gina Riot
Setlist:
„Kill the Lights“ • „My Funeral“ • „Damage“ • „Prison“ • „Epiphany“ • „Forever Lost“ • „Drag Me to Hell“ • „I Hate People“ • „Blood for Blood“ • „Priest“ • „In the Field of Blood“ • „I’ll Sleep When You’re Dead“ • „On This Rock I Will Build My Church“ • „In Darkness, In Light“ • „Loreley“ • „Winter’s Dying Heart“ • „I Will Die in It“ • „The Things We Do for Love“ • „Doomsday Disco“ • „Blood & Glitter“ • „Cha Cha Cha“ • „Light Can Only Shine In The Darkness“
In unserer Mai/Juni-Ausgabe, die am 24. April 2026 erscheint, führen wir ein Interview mit Chris Harms, in dem er ausführlich über das neue Album „OPVS NOIR Vol. 3“ spricht. Diese Ausgabe ist auch hier erhältlich.
Höre Lord Of The Lost in unserer „Dark Rock“-Playlist:
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