So war es bei PARADISE LOST

Support: Saturnus, Shores of Null
05. März 2026, Hannover, Capitol

Auf dem zweiten Teil ihrer „Ascension“-Tour schauen Paradise Lost auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt vorbei. Mit an Bord ist eine ausgewogene Setlist, die fast alle Alben der Briten umspannt. Los geht es mit dem aktuellen „Serpent on the Cross“, bevor mit „Tragic Idol“ und „True Belive“ gleich mal zwei ältere Nummern ins sehr gut gefüllte Capitol gefeuert werden. Frontmann Nick Holmes ist für seine Verhältnisse gut gelaunt und richtet gar ein paar warme Worte ans Publikum. Das hat man auch schon anders erlebt. Mit „Faith Divides Us – Death Unites Us“, dem unsterblichen Oldie „Pity the Sadness“ oder dem aus der poppigeren Phase stammenden „Say Just Words“ ist für jeden etwas dabei, die in Blautönen gehaltene Lichtshow passt wunderbar dazu. Gitarrist Greg Mackintosh hat wenige Tage vor dem Auftritt eine Pressemitteilung zu seinem dramatischen Gewichtsverlust veröffentlicht, in der er zugibt ernsthaft erkrankt zu sein, sich aber in ärztlicher Behandlung befindet. Auf der Bühne ist er nicht ganz so agil wie gewöhnt, aber schüttelt ausgiebig die Restmatte, bevor die Band zum ersten Mal verschwindet.

Der Zugabenteil hinterlässt dann einige Fragezeichen, denn statt „As I Die“, „Shattered“ oder einen anderen Klassiker anzustimmen, verabschieden sich Paradise Lost mit dem ebenfalls vom aktuellen Album stammenden „Slience Like the Grave“.


Im Vorprogramm dürfen die Dänen von Saturnus die Meute anheizen. Die Band gründete sich nur drei Jahre nach Paradise Lost im Jahr 1991, hat aber viel vom heutigen Hauptact gelernt. Manche Songs erinnern sehr stark an Holmes und Co. Trotzdem macht der Auftritt Spaß, zumal man die Truppe um Frontmann Thomas Akim Grønbæk Jensen nicht an jeder Milchkanne bewundern kann. Und mit „Veronika Decides to Die“ (2006) haben die Nordlichter ja auch ein echtes Hit-Album veröffentlicht. Shores of Null müssen noch früher ran und verteidigen tapfer ihren Titel als „Englischer kann eine italienische Band nicht klingen“-Meister im Death/Doom. Offene Akkorde bestimmen das Bild, die ersten Reihen gehen gut mit und feiern die Südeuropäer, auch wenn von den Songs nicht übermäßig viel hängenbleibt. Unter dem Strich ein gelungener Donnerstabend mit drei unterschiedlichen und sich doch ähnlichen Trauerweiden.

Text (Hannover): Marc Halupczok
Photos (Leipzig): Stefan Otto

Setlist:
„Serpent on the Cross“ • „Tragic Idol“ • „True Belief“ • „One Second“ • „Once Solemn“ • „Faith Divides Us – Death Unites Us“ • „Pity the Sadness“ • „Salvation“ • „Nothing Sacred“ • „Tyrants Serenade“ • „Requiem“ • „Mouth“ • „Say Just Words“ ••• „No Celebration“ • „Ghosts“ • „Silence Like the Grave“

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