ODC im Interview (2/2)

Das Debütalbum der französischen Alternative-Metal-Formation ODC trägt den Titel „Twisted Love“. Im ersten Teil sprachen wir bereits mit Mastermind Celia über einige Songs und die Anfänge der Band. Wir setzen unseren Plausch fort und sprechen über die Odyssee des Lebens, das Leben in Frankreich und vieles mehr.

Orkus: „Twisted Love“ wurde in Nashville, Tennessee, mit Kellen McGregor produziert. Wie kam es zu dieser Idee und Entscheidung? – Vor allem, da Nashville nicht gerade in der Nähe von Paris liegt?
Celi: Wir wollten jemanden, der das Gleichgewicht zwischen Kraft und Melodie wirklich versteht. Wir hatten Kellens Arbeit schon seit geraumer Zeit verfolgt, und sein Produktionsansatz entsprach genau unseren Vorstellungen. Er hat die Fähigkeit, eine massive „Klangwand” zu schaffen und dabei dennoch sehr genau auf den Gesang zu achten, insbesondere auf den weiblichen Gesang, was für uns extrem wichtig war. Als wir schließlich mit ihm in Kontakt kamen, fühlte es sich sofort richtig an. Er brachte eine frische Perspektive mit und respektierte gleichzeitig den emotionalen Kern der Songs. Letztendlich spielte die Entfernung keine Rolle – Kreativität verbreitet sich leicht, wenn Menschen dieselbe Vision teilen.

O: Stimmt es, dass der Bandname ODC auf dem Akronym deines Namens, Celia Do, basiert? Wenn ja, wie bist du auf diese Idee gekommen?

C: Die Geschichte ist etwas länger. Ursprünglich begann alles mit der Idee „The Odyssey of Celia Do”. Das Projekt hieß zunächst „Odyssey”, woraus später „ODC” wurde. Zufälligerweise spiegelt es auch meine Initialen in umgekehrter Reihenfolge wider – aus CDO wurde ODC.

O: Also kann der Bandname auch als „Odyssey“ verstanden werden?
C: Ja, auf jeden Fall – und diese Interpretation gefällt mir sehr gut. Musik ist in emotionaler, künstlerischer und persönlicher Hinsicht eine Reise. Für mich ist ODC wirklich eine Odyssee – meine Therapie und mein Weg, die Person zu werden, die ich sein möchte. Es ist die Odyssee meines künstlerischen Alter Egos.

O: Wie hast du die drei anderen Bandmitglieder kennengelernt? – Und was ist eine besonders schöne/gute Fähigkeit, die jedes Mitglied hat?
C: Wir haben uns über die Musikszene und gemeinsame kreative Kontakte kennengelernt. Jedes Mitglied bringt etwas Einzigartiges mit. Sonny hat diese unglaubliche Fähigkeit, sich auf der Bühne völlig hinzugeben und alles andere zu vergessen. Raphael hat erstaunliche Soli und Improvisationen. Hector hat eine unglaubliche Ausdauer und eine Art hyperaktive Energie, die die Band vorantreibt.

O: Was gefällt dir besonders am Leben in Frankreich?
C: Frankreich hat eine sehr starke Beziehung zu Kultur und künstlerischem Ausdruck. Es gibt eine tiefe Wertschätzung für Kreativität, was als Künstler sehr inspirierend ist.

O: Welche drei Dinge oder Eigenschaften sind deiner Meinung nach typisch französisch?
C: Die Liebe zu Debatten, Essen und vielleicht eine leicht klagende Einstellung.

O: Und was ist deiner Meinung nach typisch deutsch?  
C: Präzision, Aufgeschlossenheit und Bier.

O: Welche drei Orte in Paris magst du besonders?
C: Montmartre wegen seiner künstlerischen Geschichte, die Seine bei Nacht wegen ihrer Atmosphäre und die kleinen Straßen am linken Seine-Ufer, wo man den kreativen Geist der Stadt wirklich spüren kann.

O: Was sind die Zukunftspläne für ODC?
C: Wir haben bald einen neuen Song mit der fantastischen amerikanischen Sängerin Luweazl, der Frontfrau von Offspec. Außerdem planen wir weitere Konzerte in Spanien, Frankreich und Deutschland – einige Termine werden in Kürze bekannt gegeben. Und wir nehmen gerade unser zweites Album auf.

Claus Müller

Line-up:
Celia – Gesang
Raphaël – Gitarre
Sonny – Bass
Hector – Schlagzeug

Sieh Dir das Video zu „Twisted Love“ an:

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