LONE ASSEMBLY im Interview (2/2)

Mit „Knots & Chains“ legen Lone Assembly ein Debüt vor, das sich zwischen Dunkelheit und Aufbruch bewegt. Die Schweizer heben Wave- und Synthpop-Elemente der Achtzigerjahre in die Gegenwart und verweben sie zu einem eigenständigen Klangbild. Wir setzen unser Interview mit Sänger Raphaël Bressler über Kontrolle, innere Spannungen und die Suche nach Balance fort. Du hast den ersten Teil verpasst? Kein Problem, Du kannst ihn hier nachlesen.
Zeitmanagement
Eine Herausforderung hatten die Bandmitglieder alle, wie Raphaël erzählt: „Ich denke, die größte Herausforderung, der wir bei diesem Album gegenüberstanden, war das Zeitmanagement und den damit verbundenen Stress. Jeder von uns hat ein Leben außerhalb der Band, und manchmal müssen wir diese Verpflichtungen miteinander in Einklang bringen. Wir sind zu viert – mit vier sehr unterschiedlichen Lebensweisen und Zeitplänen. All das so aufeinander abzustimmen, dass wir dieses Album überhaupt realisieren konnten, war wahrscheinlich der schwierigste Teil.“
Kathartischer Raum
Für Raphaël ist Lone Assembly nicht nur ein künstlerisches Projekt. „Ich denke, jeder von uns hat eine etwas unterschiedliche Vorstellung davon, was die Band für unser Leben bedeutet, aber wir sind uns alle einig, dass sie uns sehr viel wert ist. Wir verfolgen dasselbe Ziel: das eines Tages zu unserer Haupttätigkeit zu machen, unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen und gemeinsam weiter zu erschaffen. Bei ‚Knots & Chains‘ ist das anders. Die Rollen sind jetzt viel ausgewogener als bei der EP ‚That Never Happened‘, und jeder von uns trägt gleichermaßen dazu bei, das Projekt zu formen. Es wird immer mehr sein als nur ein künstlerisches Projekt. Für mich ist es eine Art kathartischer Raum.“
Kontrolle
Kann man Raphaëls Meinung nach aus der Kontrolle ausbrechen oder lernen wir Menschen, einfach mit ihr zu leben? „Das ist eine großartige Frage“, findet er. „Ich denke, es ist etwas sehr Persönliches: Was machen wir mit der Kontrolle, die wir erfahren oder uns selbst auferlegen? Versuchen wir, uns davon zu befreien, oder brauchen wir sie vielleicht sogar, um zu funktionieren? Ich würde das für niemand anderen beantworten, weil es zutiefst individuell ist. Manche Formen von Kontrolle sind klar toxisch und leichter zu erkennen, aber die eigenen Muster zu reflektieren, ist viel komplexer – vor allem, weil so vieles davon unbewusst ist. Es ist auch ein innerer Konflikt, dem sich jeder von uns stellen muss. Mit diesem Album haben wir einfach unsere eigene Perspektive darauf geteilt.“ So fasst er das Debüt schließlich in einem Wort zusammen: „Intensiv.“
Katrin Hemmerling
Line-up:
Gesang – Raphaël Bressler
Gitarre – Glenn Le Meur
Bass – Jim Bodeman
Schlagzeug – Romain Segu
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