MACHINER im Interview (2/2)

Zwischen rauer Küste, industrieller Landschaft und elektronischen Klangwelten haben Machiner ihren ganz eigenen Sound entwickelt. Auf „Motion Waves“ treffen Dark Wave und Post-Industrial auf atmosphärische Melodien und persönliche Geschichten. Sänger Paul McCarte erzählt in unserem zweiteiligen Interview, wie Hartlepool die Musik der Band geprägt hat und warum sie lieber zeitlose Alben als kurzlebige Trends erschaffe. Den ersten Teil kannst Du hier nachlesen.
Zwischen Mensch und Maschine
Der Name Machiner beschreibt das zentrale Thema des Albums. „Ich habe eine echte Hassliebe zur Technologie. Mich beschäftigt ständig die Frage, wie man Gefühle aus Maschinen herausringt“, sagt Paul. Diese Spannung zieht sich durch „Motion Waves“. Mal treiben mechanische Rhythmen die Songs nach vorn, dann öffnen sich weite, fast filmische Klangflächen. Trotz aller elektronischen Elemente bleibt der emotionale Kern immer greifbar. Besonders deutlich wird das bei „Silent Running“. „Das Meer ist gleichzeitig beruhigend und beunruhigend. Man verliert sich dort in den eigenen Gedanken.“ Die Küste von Hartlepool mit ihren Gezeiten und dem industriellen Horizont wurde zur direkten Inspiration. „Dark Age“ schlägt einen anderen Ton an: „Es ist eine Geschichte über Wiedergeburt – und darüber, dass man seiner Vergangenheit niemals entkommen kann.“
Freundschaft statt Trends
Auch persönlich steckt viel in den Liedern. Paul spricht offen über eine schwere Zeit, die ihn gelehrt habe, mehr Mitgefühl für andere Menschen zu entwickeln. Diese Ehrlichkeit verbindet die drei Musiker bis heute und hat die Band wachsen lassen. Dabei geht es Machiner nicht darum, einem Trend hinterherzulaufen. Sie wollen Musik erschaffen, die bleibt und Alben, bei denen es sich lohnt, jeden einzelnen Song zu hören.
Jan Schütz (Meersein)
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