BLINDZEILE im Interview (2/2)

Den Stil von Blindpop könnte man als Vereinigung zwischen Dream Pop, Electronica, Indie und Wave beschreiben. Oder wie es die 2016 gegründete Band selbst sagt: Kellerpop! Wir setzen unser zweiteiliges Interview mit David Pümperlin über das neue Album „Voliere“ fort. Wenn Du den ersten Teil verpasst hast, kannst Du ihn hier nachlesen.
„Aufarbeitung“, Erhellendes & Erleuchtungen?
Eine Zielsetzung war, „in den Liedtexten Optimismus zuzulassen. Nach drei insgesamt äußerst dunklen Alben war ich reif dafür. Auch die Weltlage hat mich dazu bewogen.“ Die Idee von „weichen Ellenbogen“ in „Stets zu ihren Gunsten“ war ansprechend, da „sie einerseits aussagen kann, dass wir Konkurrenzkämpfen eine Absage erteilen sollten, ebenso aber zum Ausdruck bringen kann, dass wir vor lauter Konkurrenzkämpfen keine stabilen Ellenbogen mehr haben. Für die Menschheit wünsche ich mir mehr Weichheit, vermute aber, dass sich vorerst weiterhin Härte ausbreiten wird.“ Auch Einssein tritt als Thema auf. Was die Rolle der Kunst beim Finden und Annehmen von Gemeinsamkeiten betrifft, sieht David „den Vorgang in umgekehrter Reihenfolge: Durch die Nähe zu Menschen kann Schöpferisches entstehen – zumindest ist das bei mir so. Kreativität vermag zwar an manchen Orten Grenzen aufzulösen, zeigt sie aber an anderen wiederum auf.“
Federn & Stacheln
Auch das Geheimnis hinter dem über Papier wachenden zahmen Igel in „Lavendel“ erlaubt Kreativität, denn es bleibt ungelüftet: „Insbesondere den Igel möchte ich für eigene Assoziationen freigeben und hülle mich deswegen in Schweigen.“ Der Vogel am Cover von „Bewegung“ (2019) ist „so frei, dass er keinen Namen bekommen hat. Er würde eine Voliere klar ablehnen – so wie wir es wohl auch würden, obschon Routine als eine Art Käfig hin und wieder ganz angenehm oder sinnvoll sein mag.“ Bewegung steckt im neuen Album etwa in „Tage tanzen“. „Einige Lieder von ‚Voliere‘ bringen mich physisch in Bewegung, einige bewegen meinen Geist. Ich hoffe, dass es den Hörerinnen und Hörern ebenso ergeht.“
Martina Wutscher
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