PHANTOMS OF FUTURE im Interview (2/2)

25 Jahre hat das Warten auf ein neues Werk von Phantoms of Future gedauert. Doch es ist passiert: „Forever Dark“ ist erschienen. Um mit Mastermind Sir Hannes ausführlich darüber zu plaudern, treffe ich ihn an einem Freitag in seinem Plattenladen. Er ist gut besucht, wie ich beim Eintreten feststelle. Ich werde direkt nach hinten zu Hannes‘ Büro geführt. Er steckt noch in einem Kundengespräch, bittet mich aber schon einmal herein. – Dies ist der zweite Teil unseres Interviews. Den ersten kannst Du hier nachlesen.
Werwolf trifft auf Toilettenrocker
Natürlich sprechen wir über das aktuelle Album „Forever Dark“. Hannes fragt mich nach meinem Lieblingssong und errät ihn sofort selbst. „Werewolf!“, lacht er. Ich erkläre ihm die Atmosphäre, die das Lied für mich transportiert. „Da ist einfach ein Vibe drin“, nickt er zufrieden. Auch für ihn steht der Titel vor allem für Kraft und ein besonderes Lebensgefühl. Da „Underground Surfer“ ebenfalls mit zu meinen Favoriten gehört, erfahre ich die Entstehungsgeschichte dazu: „Wir waren mit The Idiots unterwegs, der Band, die ich vor Phantoms of Future hatte. Bei einem Auftritt in Berlin hat sich ein Mädchen in mich verliebt und ist uns hinterhergefahren. Im Jahr darauf waren wir in Dresden. Nach dem Auftritt habe ich ein anderes Mädchen kennengelernt und wir sind auf der Toilette gelandet.“ Über die weiteren Details legt Hannes wie ein Gentleman den Mantel des Schweigens. Jahre später war allerdings die Zeile „I’m a toilet rocker“ geboren.
Die Sonne ins Herz
Dass Songs in der Regel auf persönliche Erfahrungen zurückgehen, wird klar, als wir über „Sun“ sprechen, den größten und bekanntesten Song von Phantoms of Future. „Damals habe ich in der Dortmunder Nordstadt gewohnt“, erinnert sich Hannes. Mental sei es ihm zu dieser Zeit nicht sonderlich gut gegangen. Eine schwierige Kindheit und die Tatsache, dass er zwischen seinem 13. und 18. Lebensjahr unter anderem in London, Hamburg und Berlin auf der Straße gelebt hatte, hatten Spuren hinterlassen. „Ich bin auf das Dach von dem Haus gegangen. Und auf einmal sehe ich eine schwarze Katze auf dem Dach herumlaufen. Höre die Vögel zwitschern. Und irgendwie hatte ich da die Eingebung für die Textzeile ‚Send the sun in my heart‘“, blickt er zurück. Aus dieser Eingebung entstand damit die Komposition, die nicht nur in deutschen Discotheken rauf und runter gespielt werden sollte. „Sun“ eroberte Clubs in ganz Europa und entwickelte sich zum größten Hit von Phantoms of Future.
Nicht wieder 20 Jahre warten müssen
Wer die Gelegenheit hat, mit Hannes zu sprechen, wird schnell merken: Er lebt und atmet Musik. „Ich bin besessen von Musik“, gibt er zu. „Da würde ich für sterben. Das mag mir keiner glauben, aber das ist so. Ich bin völlig besessen davon.“ Da ist es auch wenig verwunderlich, dass ein weiteres Album von Phantoms of Future nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen soll. „Wir haben auch schon neue Songs geschrieben“, nickt Hannes. „Ich würde nie aus Zeitdruck eine Platte machen. Bei „Forever Dark“ hat es ja auch fünf Jahre gedauert. Aber jetzt bin ich wieder sehr gut im Flow, die Band ebenfalls. Dann dauert das auch nicht so lange. Wir haben aktuell bereits sechs neue Songs für das nächste Album. Im Sommer geht es ins Studio. Wenn alles gut läuft, könnte ein Nachfolger von „Forever Dark“ Ende 2027, Anfang 2028 erscheinen.“
Die Verabschiedung nach unserem Gespräch ist äußerst herzlich und mit der Einladung verbunden, sich doch mal bei einem Live-Auftritt von Phantoms of Future wieder zu treffen. Und das Wiedersehen? Das findet noch in diesem Jahr statt!
Katrin Hemmerling
Höre Phantoms of Future in unserer „Current Issue“-Playlist auf Spotify:
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