RAIN DIARY im Interview (1/2)

Photo: Jani Saajanaho

Rain Diary veröffentlichten ihr erstes Album „The Lights Are Violent Here“ 2013. Die finnische Band selbst bezeichnet ihre Musik als „Winter Wave“. Wir sprechen mit Joonas und Joni darüber und über ihr drittes Album „Night Church“.

Orkus: Joonas, „Night Church“ ist das erste Album, an dem du voll und ganz beteiligt warst. Wie hast du die Arbeit daran empfunden, und was war besonders herausfordernd?
Joonas Verho: Es hat ein wenig gedauert, bis wir unseren eigenen Sound gefunden hatten, und vor allem, bis wir ein Gleichgewicht gefunden hatten, wie wir mit Joni, mit dem wir den Gesang produzieren und aufnehmen, Ideen entwickeln und zusammenarbeiten. Außerdem ist Rain Diary etwas melodischer und poppiger als die früheren Bands, in denen ich gespielt habe.

O: Das Album beginnt mit dem Titelsong „Night Church“. Warum repräsentiert er das Album am besten?
Joni Bitter: „Night Church“ war von Anfang an der Arbeitstitel für das dritte Album. Für uns steht das Konzept von „Night Church“ für alles, was außerhalb des „normalen Alltags von neun bis fünf“ geschieht. Es ist ein sicherer Ort, an dem jeder sein kann, was er sein möchte.

O: „Night Church“ ist die „Heimat der gebrochenen Seelen“. Ist das in gewisser Weise auch der Zweck von Rain Diary – gebrochenen Seelen ein Zuhause zu geben? Etwas, an dem sie sich festhalten können?
JB: Ja, mir gefällt, wie du das formulierst! Musik wirkt für uns wie eine Therapie, und ich habe immer gehofft, dass es uns gelingt, diese beruhigende und fürsorgliche Wirkung auf unsere Zuhörer zu übertragen – das Gefühl, dass man mit seinen Sorgen und seinem Schmerz nicht allein ist.

O: Woran hältst du dich fest, wenn es dir nicht gut geht?
JV: Immer wenn ich mich ein bisschen niedergeschlagen fühle, greife ich auf die Kraft der Musik und auf körperliche Betätigung zurück. Das beste Mittel ist, mich beim Laufen in der Natur zu verausgaben, während ich Rock’n’Roll höre. Nach ein paar Kilometern bringt mich das immer entweder zum Lächeln oder zum Weinen – aber auf eine reinigende Art und Weise. Weinen wegen der Anstrengung des Laufens und Lächeln wegen der Musik.

O: Ihr habt auch ein beeindruckendes Video zu „Dark Flowers“ gedreht. Was waren die besonderen Herausforderungen während der Dreharbeiten?
JB: Wir sind eine relativ kleine Band, daher ist das Budget immer unser größtes Problem, d. h. Visionen scheitern an der Realität. In „Dark Flowers“ wollten wir „epische“ Spielszenen schaffen, die zu den Aufnahmen passen, die wir im monumentalen Tallinn gedreht haben, also haben wir beschlossen, es mit KI zu versuchen. Unser Videoeditor Jani hat atemberaubende Arbeit geleistet, indem er die letzten 30 Sekunden des Videos so gestaltet hat, dass das Reale und das Künstliche zu einem zusammenhängenden Kunstwerk verschmelzen.

Claudia Zinn-Zinnenburg

Wir setzen unser Interview demächst fort. Mehr erfährst Du auch in unserer Mai/Juni-Ausgabe:

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Line-up:
Joonas Verho – Gesang
Tytti Toppari-Pellikainen – Keyboard, Gesang
Teemu Rantanen – Gitarre
Joni Bitter – Bass, Gitarre, Programmierung
Lauri Kujasalo – Schlagzeug

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