Tan LeRacoon &Racoonery im Interview (1/2)

„We Didn’t Come Here Just to Be Nice“ – der Titel des neuen Albums von Tan LeRacoon &Racoonery ist Programm. Statt gefälliger Zurückhaltung setzt Tan auf Klartext, Reibung und unbequeme Fragen. Zwischen Gesellschaftskritik, tierischen Masken und biblischen Bildern geht es um Macht, Moral und die vielen Grauzonen zwischen Gut und Böse. All das in unserem zweiteiligen Interview.
Unverblümt
„Wir wollten etwas kreieren, das dem Hörer etwas abverlangt, irritiert und vor allem unsere Haltung auch musikalisch spiegelt. Irgendwann ist Schluss mit nur ‚nett‘, dann muss wieder in Klartext gesprochen und gehandelt werden, ohne Floskeln oder Blumigkeit“, bringt es Tan auf den Punkt. Anecken wird in Kauf genommen, unkritisch alles hinzunehmen oder unbedingtes Gefallen wollen ist nicht zu erwarten. „Wir sehen das Potenzial, dadurch, etwas anders zu machen, den Menschen die Türen etwas weiter zu öffnen, um zu reflektieren, sich selbst, die anderen, das Leben, die Gesellschaft, in der wir leben etc.“
Menschlichkeit & Tierisches
Der Videodreh zu „Animal Farm“ mit Tiermasken in der Öffentlichkeit, etwa auf den Treppen der Handelskammer Hamburg, verlief erstaunlich reibungslos. „Die Polizei hat ein paar Mal geguckt, aber wir wurden selbst vor den Kapital-Läden nicht von den Sicherheitskräften gestoppt. Ich war ein bisschen enttäuscht … Andererseits, wir waren irre schnell“ und rasch wieder weg „Guerilla-mäßig“. Das Stück „DoG“ wurde „eine weitere Story von Verlust, Mut, Aufstehen, und dem letztendlichen Dahinsiechen im Namen des Rock’n‘Roll.“ Ursprünglich hieß es „in voller Länge ‚Death or Glory‘. Natürlich steht da ein mystischer Verweis auf den Hund, ‚dog‘ im Raum“, auch in der Umkehrung „god“ steckt Bedeutung.
Martina Wutscher
Unser Interview wird demnächst fortgesetzt.
Auch in unserer Oktober/November-Ausgabe sprechen wir mit Tan LeRacoon &Racoonery.

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