CHAPTER 7 im Interview (2/2)

Zwischen intensiven Emotionen, dunklen Klangwelten und einer ganz eigenen Sprache entstand Chapter 7s Debütalbum „Tränenmeer“ – ein Werk, das tief unter die Oberfläche geht. Wir sprechen in unserem zweiteiligen Interview mit David über die Entstehung von Chapter 7, die besondere Zusammenarbeit mit Gracia und die Geschichten hinter den Songs. Du hast den ersten Teil verpasst? Kein Problem, du kannst ihn hier nachlesen.

Orkus: Gibt es eine Entstehungsgeschichte zum Titelsong? Warum repräsentiert „Tränenmeer“ das Album eurer Meinung nach perfekt?
David: Der Titel des Albums stand bereits, bevor der Song überhaupt existierte. Da wir eigentlich immer ziemlich melancholische Geschichten anpacken, erschien uns der Name tatsächlich wie gemacht für unser Album.

O: Dass ihr ohne Scheuklappen durch die Welt geht, zeigt auch „Unter unsern Brücken“. Obdachlosigkeit, ein trauriges, aber umso wichtigeres Thema. Warum ist es euch ein besonderes Anliegen, nicht wegzusehen und die Aufmerksamkeit auf solche „unbequemen“ Themen zu lenken?
Gracia: Weil sie unweigerlich zum Leben dazu gehören und uns diese Themen dadurch auch im Alltag beschäftigen. Es berührt uns beide, wenn wir gestrandete Menschen sehen, die heute keinen Platz mehr in der Gesellschaft haben. Denen der Boden unter den Füßen weggerissen wurde und die kein Netz wirklich auffängt.

O: „Wie weit ist zu weit“ ist ein hoffnungsvoller Song. Gab es eine konkrete Inspirationsquelle?
Gracia: Im Grunde ist es das, was Chapter 7 in vielen Punkten auch immer wieder durchblitzen lässt. Schwere, aber keine Hoffnungslosigkeit. Aus der Sicht eines jungen Menschen stehen noch alle Türen offen, Träume sind groß und nichts scheint unerreichbar. Der Wunsch, eigene Fußspuren zu hinterlassen ist riesig und die Geduld winzig klein.

O: Gibt es generell Orte oder Situationen, die euch besonders inspirieren? Oder kann euch die Muse überall treffen, oder gezielt angerufen werden, wenn im Studio gearbeitet wird?
David: Ich kann eigentlich überall arbeiten, wo es ruhig ist. Nach einem lauten Tag fehlt mir oft die innere Ruhe, wirklich in mich rein zu fühlen.

O: Wie persönlich ist der Song „Stück für Stück“? Musstet ihr euch im Laufe eures bisherigen Lebens auch in gewisser Weise wieder zurück zu euch selbst finden?
Gracia: Das ganze Leben ist ein Prozess, aber ich denke, wir haben uns nie wirklich verloren. Zum Glück durften wir wachsen an all unseren Erfahrungen. Dennoch ist es so, dass wir durch diese natürlich auch schon viel gesehen haben und das Thema „Sucht“ ist eines, welches viele Seiten hat. Der Süchtige, die Gesellschaft und die Familie/ Freunde, alle die mitkämpfen und auch mitleiden.

O: Wie kam es, dass mit „Nothing Else Matters“ auch ein englischsprachiger Song auf das Album kam? Man hätte vielleicht ein Metallica-Cover erwartet.
David: Wie gesagt ist dieser Song der eigentliche Startpunkt von Chapter 7! Da zudem der Texter dieses Songs letztes Jahr verstorben ist, konnte ich schon aus Respekt vor unserer Freundschaft auf keinen Fall einen anderen respektive deutschen Text auf diesen Song schreiben.

O: Musikalisch geht euer Album in die düstere Richtung. Was verbindet euch mit der schwarzen Szene?
Gracia: Die Tatsache, dass Chapter 7 aus dem Gedanken geboren wurde, das zu tun, was wir beide am meisten lieben, beantwortet die Frage wahrscheinlich hinlänglich. (zwinkert)

Maria Vain

Sieh Dir das Video zu „Du reißt alles in mir auf“ an:

Schon unseren Newsletter abonniert?

Wähle Deine Wunsch-CD als Abo-Prämie: