CNVX im Interview (1/2)

Photo: Anke Schwibs

Wir sprechen mit CNVX über die neue EP „Path I – Rising“, Motten und Zukunftsvisionen.

Orkus: Mit „Path I – Rising“ habt ihr eine abwechslungsreiche EP erschaffen. Wie kam es zu dem Wunsch, nach dem Album nun eine EP herauszugeben?
Dirk: Nachdem unser Debütalbum „Unfolding“ erschienen ist, haben wir eine kurze Songwriting-Pause eingelegt, um uns auf die Live-Shows zu konzentrieren. Neue Songideen entstanden nebenbei und somit kam auch die Frage auf, wie wir hinsichtlich künftiger Releases vorgehen wollen. Der Weg, ein klassisches Album zu erschaffen, ist ein sehr langer und wir haben nach einer Alternative gesucht, die zu unseren Möglichkeiten und Ressourcen passt.
France: Die Idee für die EP entstand aus dem Wunsch heraus, von Anfang an ein zusammenhängendes Konzept zu erschaffen, das unsere Reise mit CNVX widerspiegelt. Mit „Path I – Rising“ setzen wir den Auftakt. Das Aufbrechen in ein neues Abenteuer.

O: Und das schicke rote Coverbild mit der Motte? Was repräsentiert sie für euch?
France: Die Motte auf unserer EP symbolisiert den Prozess der Transformation. Von der Raupe zum Kokon bis hin zum ausgewachsenen Falter. So wie der Falter sich entwickelt, entwickeln wir uns auch mit unserer Musik.
Dirk: Die Motte hat France im Ursprung per Hand, ganz klassisch mit Bleistift und Farbe gezeichnet! Ziel war es, dem Ganzen trotz der vielen technischen Möglichkeiten eine sehr persönliche Note zu verleihen.


O: Inwiefern könnt ihr euch in gewisser Weise mit der Metamorphose eines Falters identifizieren?
France: Motten und Schmetterlinge zählen mit zu meinen Lieblingstieren. Nicht nur weil sie einfach wunderschön sind, sondern auch die Entwicklung, die sie durchleben, ist faszinierend. Man entwickelt sich ja auch stetig als Mensch weiter und dadurch empfindet man viele Parallelen zu diesen tollen Geschöpfen.
Josch: Die Welt um uns herum ist ständig im Zustand der Veränderung/Metamorphose. Sei es technologisch, in der Natur, gesellschaftlich oder auch der eigene persönliche Wandel. Es gibt keinen Stillstand. Genauso haben wir uns auch als Band weiterentwickelt, was man an unseren neuen Songs hören kann.

O: France, deine Stimme ist der Hammer, und schon im ersten Song „Equality“ growlst du, was das Zeug hält. Wie trainierst du sie?
France: In erster Linie ist gutes Aufwärmen wichtig für die Stimme, ebenso wie Hydration. Auch das regelmäßige Üben und Technikanwendung sind entscheidende Faktoren, um gute Growls und Screams zu erzeugen.

O: Die Thematik von Gleichberechtigung ist natürlich sehr wichtig. Warum war es euch ein Anliegen, das in einem Song auszudrücken?
France: In der heutigen Zeit spürt man ganz klar einen Aufschwung, was die Gleichberechtigung der Geschlechter betrifft. Auch für uns stellt das einen wichtigen Faktor dar, weil es in vielerlei Hinsicht noch Aufholbedarf gibt. Darauf fokussiert sich auch unser Song „Equality“. Er greift Themen wie den Kampf gegen Ungerechtigkeit sowie Gewalt und Unterdrückung auf – insbesondere gegenüber Frauen. Er soll Betroffenen eine Stimme geben, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen und zeigen, dass Schweigen keine Lösung ist. Gleichzeitig vermittelt er Hoffnung, Zusammenhalt und den Wunsch nach echter Gleichberechtigung.

O: Wie ist der starke Song „Face My Fears“ entstanden?
France: Jeder Mensch erlebt auf die eine oder andere Weise seine Ängste. Es ist nicht immer leicht, damit umzugehen, und das ist im Kern auch der Grund, warum wir dieses Thema in einem Song aufgreifen wollten. Der Song handelt von dem Ausbruch aus Angst, Manipulation und gesellschaftlichem Druck. Er steht für Selbstbefreiung, Widerstand gegen Kontrolle und den Mut, für sich selbst und andere einzustehen.

O: Wie geht es euch persönlich damit, sich euren Ängsten zu stellen? – Und welche Ängste wären das konkret?
France: Tatsächlich ist es oft nicht leicht, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen, bei mir sind es viele Unsicherheiten, die oft meinen Alltag bestimmen. Für mich speziell habe ich viele Ängste und Unsicherheit in sozialen Kontexten. Als introvertierter Mensch auch nicht immer einfach, aber manchmal muss man sich einfach mal was trauen und vor allem reflektieren und in sich gehen, um schwierige Situationen zu bewältigen. Ebenso gute Gespräche mit Freunden helfen mir da enorm.

Josch: Viel mache ich mit mir selbst aus. Es kommt aber auch immer darauf an, welche Ängste mich beschäftigen. Jeder hat sich seine eigene Bewältigungsstrategie über die Jahre angeeignet. Mit vertrauten Personen darüber zu reden ist aber sicherlich die bessere Variante, als alles in sich hineinzufressen.

Claudia Zinn-Zinnenburg

In Kürze setzen wir unser Gespräch fort.

Line-up:
France – Gesang
Sven – Gitarre
Dirk – Bass, Produktion
Josch – Schlagzeug

Sieh Dir das Video zu „Face My Fears“ an:

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