GHOST REFLECTIONS im Interview (1/2)

Mit Ghost Reflections haben Mir und Murmur ein neues musikalisches Kapitel aufgeschlagen, in dem Electrodark, Metal und atmosphärische Klangwelten aufeinandertreffen. Im ersten Teil unseres Interviews sprechen sie über die Entstehung des Projekts, die Bedeutung des Namens und ihre Debüt-EP „I Am I“.
Orkus: Wie und wann kam ursprünglich die Idee auf, Ghost Reflections zu gründen?
Mir: Früher haben wir zum Spaß darüber gesprochen, ein musikalisches Duo mit dunklen Einflüssen zu gründen. Im Januar 2026 nahm diese Idee schließlich Gestalt an, ausgehend von einigen Versen, die ich geschrieben hatte. Murmur begann, daran zu arbeiten, und so nahm „I Am I“ Gestalt an. Seine Hauptband heißt Geometry of Chaos; er wollte mit mir ein musikalisches Projekt ins Leben rufen, um unsere musikalischen Verbindungen auszuloten.
O: Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
Mir: Der Name der Band beschwört die Fragmente dessen herauf, wer wir sind – einschließlich der verborgenen Teile. Wir verwenden die Metapher der Spiegelung im Spiegel, um die inneren Schichten hervorzuheben, die normalerweise unsichtbar bleiben. Ich bin außerdem Fotografin und liebe die Welt der Fotografie. Ghost Reflections kann entstehen, wenn man bei einer Langzeitbelichtung eine bestimmte Aufnahme macht, während sich das Motiv bewegt.
O: Bleiben wir bei dem Thema „Namen“: Eure Debüt-EP trägt den Titel „I Am I“. Warum war gerade dieser Song die passendste Wahl, um die EP zu repräsentieren?
Mir: Wir hatten das Gefühl, dass „I Am I“ aus zwei Gründen die richtige Wahl war: Es ist der erste Song, den wir produziert haben, und er besitzt einen ausgeprägten Electrodark-Sound. Damals wollten wir dem Projekt genau diesen charakteristischen Stempel verleihen.
O: Eigentlich ist es ganz einfach: „Am Am I“. Aber oft ist es eben doch nicht so einfach … Inwiefern ist diese Aussage eine Art Sieg?
Mir: „I Am I“ ist eine Selbstbekundung der eigenen Identität. Der Song reflektiert unsere Wahrnehmung von uns selbst im Verhältnis zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wenn wir keine Nachkommen haben.
Wir leben durch andere Menschen weiter, indem diese alternative Formen des Schaffens erkunden: durch das, was wir in anderen hinterlassen, und durch das, was über uns hinaus weiterlebt.
Claudia Zinn-Zinnenburg
Line-up:
Murmur – Musik, Produktion, Instrumente
Mir – Texte und künstlerische Leitung
In Kürze setzen wir unser Interview fort.
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