HEILSTATT im Interview (2/2)

Photo: Carolin Falkenstein

Zwischen historischen Brüchen, persönlichen Abgründen und bissiger Gesellschaftskritik entfaltet Heilstatt auf „Korridor“ eine eigenwillige Klangwelt. Impulsiv und bildstark verbindet Martin persönliche Erfahrungen mit historischen Motiven und hintergründiger Ironie. Ein Debüt, das ebenso zum Tanzen wie zum Nachdenken einlädt. Lies hier den zweiten Teil unseres zweiteiligen Interviews. Den ersten verpasst? Kein Problem, Du kannst ihn hier nachlesen.

Drei Nägel im Kopf

Zum Kopfabhacken, Tanz und den verschiedenen Nägeln im Haupt in „Im Aether“ erzählt Martin von seinen Clusterkopfschmerzen, dem intensiven Schmerz und davon, wie oft nur Konterreize helfen, „um überhaupt durch den Tag oder die Nacht zu kommen.“ Eine Belastung, die Spuren hinterlässt. „Ich denke, dass genau darin auch ein Schlüssel liegt, warum das Album am Ende so geworden ist, wie es ist: diese Spannung, aber auch das ständige Gegenhalten.“

Tierisch Menschliches?

Die „zunächst sehr eleganten und majestätischen Tiere“ stehen in der Kunstgeschichte auch für Eitelkeit und „das ist das Momentum, worum es“ im Song geht. „Die wilden Pfauen“ sind Sinnbild für die Schickeria, jene, die sich „deutlich wichtiger nehmen, als sie eigentlich sind. Daher kommen auch die Bilder von Schwarzem, Grünem und Sterbendem, das aus ihren Mündern kommt. Pest, Cholera, das Böse – all das verbirgt sich unter einem blendenden, schönen Deckmantel.“ Mit dem Vogel Pfau hat das wenig zu tun, das wäre auch „deutlich zu ungerecht für das schöne Tier.“ In dieser sinnbildlichen Form wird dem schönen Tier aber die Ehre zuteil, sich auf einem bemerkenswerten Album zu finden.

Martina Wutscher

Wir setzen das Interview in Kürze fort.

Mehr von Heilstatt erfährst Du auch in unserer Oktober/November-Ausgabe.

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